Dienstag, 23. Mai 2017

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Wo das Ruhrgebiet am besten schmeckt Heiß, lässig und unglaublich lecker

Ruhrgebiet: Die besten Empfehlungen vom "Feinschmecker"
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Maria Schiffer / Der Feinschmecke

Herrengedeck und Pommes Schranke als Gipfel des Genusses? Das war einmal. Zwischen Duisburg und Dortmund dürfen Sie sich heute auf Überraschungen gefasst machen. Wo es eine Currywurst von Weltruf gibt, verraten die Kollegen vom Magazin "Der Feinschmecker" natürlich auch.

Der Feinschmecker
Heft 6/2017

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Eine kulinarische Lustreise ins Ruhrgebiet erscheint auf den ersten Blick so sinnvoll wie eine archäologische Expedition in den Freizeitpark "Phantasialand" oder eine Wildtiersafari durch die Shoppingmalls von Dubai. Ruhrpott kulinarisch, das war gleichbedeutend mit Herrengedeck und Pommes Schranke, Schnittchen, Erbsen suppe und an hohen Feiertagen auch mal Hackbraten mit Mischgemüse außer Dose.

"Ja, war", sagt Björn Freitag und guckt entschieden, "stimmt aber nicht mehr! Früher war das Ruhrgebiet Eintopfland - Dose, Tüte, Schweinelendchen. Und die Omma hat den Panhas im Keller gebraten, weil sonst das ganze Haus gestunken hat. Es hat sich aber wahnsinnig viel getan."

Freitag muss es wissen, er ist immerhin der Mannschaftskoch des FC Schalke 04 und damit eine quasi hauptamtliche Autorität zur Frage der kulinarischen Entwicklung des Ruhrgebiets. Zumal er außerdem in dritter Generation das Traditionsgasthaus "Goldener Anker" in Dorsten im Kreis Recklinghausen führt. Dort wohnt er immer noch im ersten Stock, steht aber meistens nicht mehr selbst am Herd.

Das übernimmt für ihn Küchenchef David Simsek, der eine muntere, eingängige und geschmackssatte Weltküche auf den Tisch bringt: blättrigsaftigen Kabeljau in einem aromatischen Chorizo-Sud mit Artischocke und pimientos de Padrón, Sauerbraten vom Wildfang-Steinbutt mit Portweinkirschen, argentinische Wildfang-Garnele im Krustentierschaum mit eingelegten Zitronen oder Kalbsbries auf buttriger Sellerie-mousseline mit Barbecuesauce, Mais und Maracuja.

Das alles ist ebenso kräftig wie stimmig abgeschmeckt, unkompliziert und erfreulich. Im Ruhrpott kocht man geradeaus. Manchmal sitzt im "Goldenen Anker" auch einer der Schalker Stürmerstars im feinen Ausgeh-Jogginganzug und fühlt sich sichtlich wohl.

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