Montag, 20. November 2017

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Kaffeeautomaten im Büro Kaffeemaschine als Keimschleuder - worauf Kaffeetrinker achten müssen

Kaffeemaschinen als Hygiene-Risiko: So geht die Reinigung richtig
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TMN

Rund 162 Liter Kaffee trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr. Mineralwasser kommt auf 148 Liter, Tee nur auf 28 Liter pro Kopf. Kaffeethemen sind hip, Kenner diskutieren über Röstgrade, Sorten und die beste Art der Zubereitung. Die Hygiene der Kaffeeautomaten und Padmaschinen ist allerdings seltener im Blick.

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Dabei warnen Forscher, dass sich im Kaffeesatz und in gebrauchten Kapseln und Pads Keime ansiedeln. "Feuchter Kaffeesatz fördert das Wachstum von Schimmelpilzen", erklärt Fritz Titgemeyer, Leiter des Labors für Lebensmittelmikrobiologie an der Fachhochschule Münster. Bleibt ein altes Pad ein paar Tage lang in der Maschine (etwa von Freitag bis Montag im Pausenraum der Firma), können beim nächsten Gebrauch Schimmelsporen im Padbehälter zurückbleiben, die dann in den Kaffee gelangen. "Es können sich hitzestabile Giftstoffe, sogenannte Mykotoxine, gebildet haben, die man weder sieht noch schmeckt."

Auch Wasserbehälter und Kunststoffschläuche sind wahre Bakterienschleudern, wenn sie nicht gut gereinigt werden. "Dort können sich Bakterien in Form von Biofilmen ansiedeln", erläutert Titgemeyer. Diese schleimartigen Ablagerungen sollten gründlich entfernt werden. "Allerdings sind sie auch in Schläuchen im Inneren der Maschine zu finden, an die der Nutzer nicht so ohne weiteres herankommt."

Die gute Nachricht: So unangenehm die Vorstellung auch ist, dass sich in der Kaffeemaschine Mikroorganismen tummeln, eine Gesundheitsgefahr besteht aus Sicht der Münsteraner Forscher nicht. "Die Brühgruppe erhitzt das Wasser auf 80 Grad Celsius, wodurch Keime im Wassertank abgetötet werden." Vorsicht ist aber bei Kaltgetränken geboten. "In kalt extrahierten Getränken wie Eistee oder Eiskaffee bleiben alle Keime enthalten."

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Zwar haben viele Kaffeeautomaten Selbstreinigungsprogramme. Trotzdem bleibt für den Besitzer auch noch eine Aufgabe: "Man muss sich um die Maschine kümmern und sollte täglich das Wasser im Tank erneuern", sagt Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Frankfurt.

Trotz unterschiedlicher Technik der verschiedenen Modelle kann Scholz als Faustregel ausgeben: "Alle herausnehmbaren Teile sollten regelmäßig von Hand oder in der Spülmaschine gereinigt werden." Wie konkret vorzugehen ist, steht in der Bedienungsanleitung. "Die Hinweise dort sollte man unbedingt befolgen."

Es gibt einige Stellen in Kaffeeautomaten und Padmaschinen, die besonders sensibel sind und besondere Pflege brauchen. "Überall, wo Wärme und Feuchtigkeit auftreten, muss gründlich geschaut werden", rät Bärbel Neher vom DHB-Netzwerk Haushalt in Karlsruhe. "Wassertank, Abtropfschale, Milchaufschäumer, Brühgruppe und Tresterbehälter sind sehr anfällig für Bakterien und Schimmel."

Hier sind die Tipps im Detail.

Katja Fischer, dpa/mh

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