Freitag, 24. Februar 2017

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Der große Champagner-Test Die besten Bruts

Champagnertest: Die Sieger aller Kategorien im Überblick
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Corbis

Der große Champagner-Test von mmo-Autor Christian Wenger nimmt in diesem Jahr die besten Bruts unter die Lupe. Hier kommen die besten Weine für ein prickelndes Weihnachtsfest und Silvester.

Hamburg - Die Brut-Champagner sind das Brot-und-Butter-Geschäft der Champagnerhersteller. Diese Standard-Cuvées machen gut 97 Prozent der nach Deutschland gelieferten Produktion aus. Die Bezeichnung "Brut" besagt, dass dem Champagner, bevor er auf den Weg zum Kunden geht, eine abrundende Dosage aus Zuckerlikör verabreicht wird, die ihn etwas runder und fülliger macht als er mit einer ganz geringen oder mit Null-Dosage wäre.

Die Lust auf Champagner kannte schon der britische Premierminister Winston Churchill. Wo immer er auf längeren Reisen hinfuhr, sollen ihn einige Flaschen seines Lieblingsgetränks begleitet haben. Kein Wunder, dass er seine Generäle im zweiten Weltkrieg ermahnte: "Remember Gentlemen, it's not just France we are fighting for, it's Champagne!". Die Marke Pol Roger dankte ihm die Treue mit der Prestigecuvée Sir Winston Churchill, die mit viel Pinot Noir nur in besonders guten Jahren hergestellt wird.

Besonders die großen Marken sind darauf bedacht, dass ihre Weine jedes Jahr den Geschmack und die Stilistik aufweisen, die für das Champagnerhaus und die Marke charakteristisch sind. Da jedes Weinjahr anders ausfällt und ein Markenchampagner manchmal mehreren hundert Weinen komponiert wird, ist dies eine Aufgabe, die enorme Erfahrung, eine unbestechliche Nase, ein perfektes, täglich trainiertes Geruchsgedächtnis und viel Fingerspitzengefühl verlangt.

Es gilt schließlich, jedes Jahr aufs Neue die typische Mischung zusammenzustellen, einerseits für die die Standardweine, Brut Sans Année, und die nur in exzellenten Jahren hergestellten Jahrgangschampagner, die Millesimées.

Die Komposition der Grundweine ist eine hohe Kunst

Die Grundweine (Vins Clairs) für die Komposition kommen einerseits aus unterschiedlichen Rebbergen und Lagen des aktuellen Jahrgangs und wurden separat ausgebaut; zum andern aus Tanks, in denen Weine aus früheren Jahren, die sogenannten Reserveweine, bei kühlen acht bis zehn Grad Celsius aufbewahrt werden.

Veuve Clicquot lagert seine Reserveweine in mehr als 1200 Tanks, während sie bei Bollinger in Magnumflaschen lagern. Die für die Komposition der Cuvée verantwortlichen Kellermeister sind denn auch hoch angesehene (und gut bezahlte) Angestellte eines Champagnerhauses und gehören in der Regel zum Direktorium.

Die Vorbereitung und Auswahl treffen stets mehrere Önologen unter Leitung des Kellermeisters. Bei der Mischung oder Assemblage müssen sie berücksichtigen, wie sich die vorgeschriebenen 15 Monate Reifezeit, in denen die Flaschen die zweite Gärung durchmachen, in das Ergebnis einbringen und wie sie den Geschmack beeinflussen.

Jahrgangschampagner müssen mindestens 30 Monate reifen, meistens aber sind es acht bis zehn Jahre - entsprechend komplex und geprägt von den durch die Reifung entstehenden Sekundäraromen sind die Ergebnisse.

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