Freitag, 16. November 2018

India Pale Ale Revolution im Brauhaus

India Pale Ale: Zehn bemerkenswerte Biere
Brasserie Trois Dames

Ein Bierstil macht derzeit Furore: das India Pale Ale. Die Bierrevolution kommt nun auch im deutschsprachigen Raum an. Die Sude der hiesigen Brauer werden zusehends schmackhafter und vielfältiger. "Mixology"-Autor Peter Eichhorn über zehn IPAs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Berlin - Die Entwicklung und Verbreitung von Bier rings um den Erdball verweist oft auf kolonialgeschichtliche Zusammenhänge. So auch das India Pale Ale, kurz IPA. Zur Versorgung der britischen Kolonialtruppen in Indien fertigten die Brauer in Großbritannien ihre klassischen obergärigen Pale Ales auf eine Weise, die ihr Bier für die lange Seereise um das Kap der Guten Hoffnung wappnen sollte, die zuweilen sechs Monate dauern konnte.

Das Bier besaß einen höheren Alkoholgehalt und war stärker eingebraut, um die Haltbarkeit zu erhöhen. In den 1780er-Jahren ist die Versorgung im fernen Asien schon ordentlich sichergestellt, und allmählich machen sich erste Marken einen Namen.

Allen voran die Brauerei von George Hodgson, dessen Unternehmen an der Themse in East London, unweit der Verladedocks gen Indien, produzierte. Vor Ort galt Porter zu jener Zeit als beliebtestes Bier, aber Hodgson erfuhr von der Nachfrage und den Verdienstmöglichkeiten beim Bierhandel in Richtung Indien. 1809 erscheinen in der Calcutta Gazette erste Hinweise auf den Erfolg seines Bieres.

East India Pale Ale

Ab den 1830er-Jahren taucht der Begriff "East India Pale Ale" erstmals in Großbritannien selbst auf. Familien, die aus der Kolonie zurückkehrten, vermissten jenes Bier, das sie in Übersee überaus schätzen gelernt hatten und sorgten für eine Nachfrage, welche die Brauereien nun in der Heimat erfüllten.

Prohibition, sinkende Nachfrage in Übersee und der Siegeszug untergäriger Lagerbiere verdrängten IPA aus den Gläsern, bis US-amerikanische Brauer den Stil Mitte der 1990er-Jahre wiederentdeckten, die Möglichkeiten im Umgang mit unterschiedlichen Aromahopfen wie Cascade, Amarillo, Citra oder Chinook erfolgreich erprobten und Biere mit ungewöhnlicher Hopfenaromatik, Bitterkeit und Fruchtnoten herstellten.

Eine wiederentdeckte Rezeptur der Ballantines Brewery, dessen Gründer Peter Ballantine 1830 in die USA emigriert war, bildete die Grundlage für neue IPAs, die später immer weiter gehopft, zuweilen sogar extrem im Geschmack, zu Abwandlungen wie Double IPA oder Imperial IPA führten.

Spannende Marken, die diesen US-Stil verkörpern, wären Firestone Walker, Dogfish Head, Sierra Nevada, Brooklyn Brewery, Russian River, Stone Brewing oder Flying Dog. Aktuelle englische IPAs wie Fuller's oder Greene King weisen meist eine geringere Kohlensäure und milderen Alkoholgehalt auf.

Und was braut sich in deutschsprachigen Landen zusammen? Hier geht es zu zehn verkostungswürdigen IPAs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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