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27.03.2013
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Legendäre Gastgeberinnen
Die große Sause

Von Alexandra Knape

Buch: Legendäre Gastgeberinnen
Fotos
Elisabeth Sandmann Verlag / pict

Blaue Spaghetti, Kalbfleisch in Goldfolie, Kostüme aus Meissner Porzellan - bizarr klingen die Utensilien mancher Feier. Das Buch "Legendäre Gastgeberinnen und ihre Feste" gibt einen Einblick in die Partywelt der High Society.

Hamburg - "Sie mixt Leute wie einen Cocktail", begeisterte sich einst die Herzogin von Windsor über die Treffen im Versailler Domizil von Elsie de Wolfe. Hier gingen Monarchen, Politiker, Künstler und Schauspieler ein und aus. In den 20er und 30er Jahren war de Wolfe für ihre extravaganten Partys berühmt. Cole Porter spielte Piano, der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau kam auf eine Tasse Tee vorbei.

Die wohl legendärste Gastgeberin des 20. Jahrhunderts war aber wohl Elsa Maxwell. Auf ihren Einladungskarten standen der europäische Hochadel, vier amerikanische Präsidenten und Hollywood-Größen wie Marilyn Monroe und Clark Gable. Und doch konstatierte die Grand Dame: "Alles Geld der Welt macht keine gute Party". Dennoch, zahlungskräftig dürfte der überwiegende Teil der Gastgeberinnen wohl sein, die Claudia Lanfranconi in ihrem Buch "Legendäre Gastgeberinnen und ihre Feste" vorstellt.

Alva Vanderbilt zum Beispiel erkaufte sich ihr Entree in die New Yorker Gesellschaft mit einer der kostspieligsten Partys der damaligen Zeit. Rund 250.000 Dollar wurden für Kostüme, Haardesign, Dekoration, Speisen und Getränke ausgegeben - das war im Jahr 1883 und dürfte heute wohl rund drei Millionen Dollar entsprechen. Mit wie viel Dollar die Kostüme aus Meissner Porzellan für die Tänzer veranschlagt werden müssten, lässt sich heute nur erahnen.

Surrealistische Feiern

Lanfranconi blickt in ihrem Buch auf rund 200 Jahre zurück. Sie unterteilt die Frauen in die Extravaganten, die Kreativen und die First Ladys. Auf den Salons von Berta Zuckerkandl traf sich beispielsweise die österreichische Elite - von Johann Strauss über Arthur Schnitzler, Stefan Zweig und Franz Werfel bis zu Hugo von Hofmannsthal.

Unter den kreativen Gastgeberinnen finden sich Berühmtheiten wie Frida Kahlo und Lee Miller. Letztere schuf nicht nur eindrucksvolle Fotoserien, sondern kreierte für ihre Feste auch surrealistische Gerichte mit blauen Spaghetti und grünen Hähnchenschenkeln. Zu ihren Gästen gehörten Pablo Picasso und Max Ernst, zu ihren Freunden zählten Man Ray und Jean Cocteau.

Im letzten Kapitel ihres Buches landet Lanfranconi schließlich auch in Deutschland und stellt den Lesern Isa Gräfin von Hardenberg vor, die in Berlin mit ihrer Agentur Hardenberg Concept Partys aller Art organisiert. Ihren Durchbruch landete sie während der Reichstagsverhüllung, als sie neben dem Brandenburger Tor das Grundstück der zukünftigen amerikanischen Botschaft mietete und ein Festzelt darauf stellte und die Crème de la Crème einlud. Inzwischen ist sie aus Berlin nicht mehr wegzudenken und hat ihre Hände im Spiel - wie zum Beispiel bei der Eröffnung des Hotel Adlons oder bei Partys während der Berlinale.

Die First Ladies

Lanfranconi streift noch Amerikas First Lady Jackie Kennedy, die sogar den Buchtitel ziert. Sie widmet der Ikone Marieanne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein, die für ihre Einladungen zu den Salzburger Festspielen legendär ist, ein Kapitel und von Marie-Hélène de Rothschild berichtet sie über deren spektakuläre Kostümbälle.

Tatsächlich erfährt der Leser aber nur Bruchstücke aus dem Leben und Wirken der hier vorgestellten Frauen. Wer detaillierte Tipps für das eigene Fest erwartet hat, der wird in diesem Buch sicherlich bis auf die eine oder andere Anregung kaum fündig. Doch anmutig kommt das Buch daher - teils auf golden gefärbten Seiten beschreibt die Autorin in aller Kürze, was das jeweils Besondere an den Einladungen der Frauen war. Heilige waren die Gastgeberinnen nicht, doch für eine große Sause dürften sie alle gesorgt haben.

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