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01.02.2013
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Weine aus Thailand
Tropische Tropfen

Aus Bangkok berichtet Frederic Spohr

Thailändischer Wein: Tropisches Winzerglück
Fotos
Siam Winery

Eine deutsche Winzerin hat Thailändern beigebracht, wie man guten Wein macht. Jetzt muss sie noch die internationale Sommelier-Szene überzeugen. Das ist die deutlich schwierigere Aufgabe. mm-Autor Frederic Spohr hat sich vor Ort bei den thailändischen Weingütern umgesehen.

Bangkok - Es hätte Australien sein sollen, oder wenigstens Neuseeland. Winzerin Kathrin Puff wollte raus aus Europa, das war klar. Nur sollte es ein Ort sein, wo man zumindest ein bisschen Ahnung von Wein hat.

Es kam anders: Winzerin Puff landete in Thailand. Einer Nation, die unter Alkoholgenuss landläufig den Konsum von Reisschnaps und einem großen Sortiment an Blindmachern versteht. Als Puff vor fünf Jahren die Stellenausschreibung aus Thailand entdeckte, war sie deswegen genauso neugierig wie skeptisch. "Ich hatte keine wirkliche Vorstellung von thailändischem Wein. Und das was ich probiert hatte, war eher nicht so gut." Auch über das Renommee thailändischer Weine machte sie sich keine Illusionen: "Pappig-süß, fehlerhaft und macht Kopfschmerzen."

Trotzdem heuerte Puff in der thailändischen Siam Winery nahe Bangkok an. Auch weil sie das Gefühl hatte, das in dem Land sich etwas tut. Während die klassischen Weinländer Europas die Wirtschaftskrise spüren, herrscht in manchen Betrieben in Thailand Goldgräberstimmung: "Einige Weingüter hier sind aufgeschlossener gegenüber neue Technik und investieren noch im Gegensatz zu den Firmen Europa", sagt Puff. Mittlerweile produzieren die Thailänder zwischen 500.000 und 700.000 Liter Wein im Jahr, schätzt der nationale Weinverband.

Trotzdem ist ein es steiniger Weg zum Erfolg: Unerfahrenes Personal, schwieriges Klima und ein Staat, der Wein härter besteuert als hochprozentige Getränke. Nach fünf Jahren weiß Puff: "Wein in Thailand zu machen, ist ein hartes Geschäft." Hinzu kommen noch die Vorurteile, unter denen die Weine aus tropischen Regionen leiden. "Thailändischer Wein hat immer noch mit einem schlechten Image zu kämpfen", sagt Visooth Lohitnavy, Inhaber des thailändischen Gutes Granmonte und ehemaliger Präsident der thailändischen Weinverbandes. Wein aus Thailand? Klingt so wie vertraut wie Curry aus Frankreich. Das schreckt ab.

Das erste Ziel: Ein Wein, der auch nach Wein schmeckt

Doch das Beispiel der Siam Winery zeigt, dass es funktionieren kann. Gemeinsam mit dem deutschen Vertriebschef Kim Wachtveitl baut Puff das Geschäft ständig weiter aus. Rund 70 Prozent der Erzeugnisse gehen ins Ausland - dort ist der Wein mit rund zehn Euro aufgrund niedrigerer Steuern auch günstiger als in Thailand selbst. Rund 219 Tonnen Trauben verarbeitet das Unternehmen derzeit, im Jahr 2016 sollen es schon 450 Tonnen sein. "Wir können die Nachfrage derzeit nicht bedienen", sagt Puff.

Puff sitzt in einem kleinen Konferenzraum in der Siam Winery. Das Firmenhauptquartier sieht nicht aus wie ein klassisches Weingut, sondern eher wie eine langweilige hessische Apfelmost-Fabrik. Gäste und Touristen empfängt das Unternehmen normalerweise weiter im Süden, im Hinterland des Badeorts Hua Hin. Elefanten tragen dort Touristen durch toskanisch anmutende Weinberge. Hier in Samut Sakorn, etwa 50 Kilometer entfernt von Bangkok, werden die Trauben zu Wein.

Was die Produktion betrifft, kann sich die Chefin sich mittlerweile entspannt zurück lehnen. Ihr Team arbeitet mittlerweile größtenteils selbstständig. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Vor ihrer Ankunft hatte niemand wirklich Ahnung von Weinbau und dem Keltern. "Ich musste hier die grundlegendsten Dinge erklären", sagt Puff. Die Tanks in, denen der Wein reift, waren regelmäßig zu wenig gefüllt, sodass der Wein zu stark oxidierte. Auch die Temperaturen stimmten nicht. Ganz klein anfangen, dachte sich Puff: "Mein erstes Ziel war, einen Wein zu produzieren, der auch nach Wein schmeckt."

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