Mittwoch, 4. März 2015

Die besten Spezialitäten Der große Champagner-Test

2. Teil: Von füllig über rosa bis sehr trocken

Jenseits des Mainstreams: Weine wie dieser im Holz ausgebaute Champagner von Alfred Gratien sind etwas für Kenner
Christian Wenger
Jenseits des Mainstreams: Weine wie dieser im Holz ausgebaute Champagner von Alfred Gratien sind etwas für Kenner

In den 90ern schworen Agenten, Verführer und Kenner auf füllige, weinige, vollmundige Champagner. Weine, die ganz oder zu einem hohen Anteil aus den beiden anderen, roten Champagner-Traubensorten, Pinot noir oder Pinot meunier komponiert waren, sogenannte Blanc de noirs, wie Bollinger Vieilles Vignes, Pol Roger, Pommery oder de Venoge Blanc de noirs. Bevorzugt als Jahrgangs-Champagner oder in der kostspieligeren Variante als Prestigecuvée in einer der aufwenig gestalteten Spezialflaschen.

Dann war Pink angesagt: Rosa in allen Tönungen und Schattierungen. Vom eleganten Blass-, über Flamingo-, Rosenquarz- bis Lachsrosa, von Kupferrot bis zum kräftigen Himbeer-Cassisrot mutiger Winzerproduzenten (Larmandier-Bernier). Die grossen, auf den Weltmärkten tätigen Häuser, bevorzugen ein eher blasses, elegantes Rosa.

Derzeit stehen bei Kennern sortenreine Chardonnays ohne jegliche Dosage hoch im Kurs. Diese ganz trockenen Champagner führen im Namen neben der Bezeichnung trocken (brut) eine Steigerung, bei der nur ein Restzucker von maximal drei Gramm pro Liter erlaubt ist: ultra, zéro Dosage, sauvage, nature, intégral, absolu, extreme oder extra. Weil sie leicht sind, elegant, frisch und oft mit knackiger Säure, eignen sie sich hervorragend als Aperitif - und haben knapp die Hälfte der 120 Kalorien eines Glases normalem brut.

Vor einem Jahr haben wir uns auf dieser Website mit den Champagnern aus Kleinbetrieben beschäftigt, den Winzerchampagnern, , bei denen aus eigenen Trauben wenige tausend bis etwa hunderttausend Flaschen produziert werden. Auch mehr, wenn der Familienbesitz deutlich größer ist als 10 Hektaren bestockter Fläche. Die Markenchampagner haben meistens nicht genügend Land für ihre Produktion und müssen zukaufen. Entweder Trauben von den gut 15.000 traubenproduzierenden Bauern, durchgegorenen oder bereits auf Flaschen gezogenen Wein, sogenannten "Vins sur lattes". Letztere haben die zweite, die Flaschengärung, hinter sich und werden nur noch mit der Dosage auf die haustypische Stilistik gebracht.

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