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06.11.2012
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London
Die schönsten Gourmetmärkte

Von Kirsten Schiekiera

London: Die schönsten Foodie-Märkte
Fotos
Kirsten Schiekiera

Der "Borough Market" ist der bekannteste Lebensmittelmarkt Londons - und ein unwiderstehlicher Anziehungspunkt für alle, die gerne und gut essen. Doch die ehrwürdige Institution bekommt immer mehr Konkurrenz von kleinen, neueren Märkten, die ein vorwiegend junges Publikum anziehen.

London - Einmal im Monat Markt muss sein, finden Sally, Ann und Roberta. Mindestens. Die ehemaligen Schulfreundinnen treffen sich am liebsten freitags, am frühen Nachmittag, unter den Eisenbahnpfeilern der Bahnstation "London Bridge". Dann erreicht der Trubel auf dem "Borough Market " seinen Höhepunkt, es wird eng zwischen den Ständen, durch die Luft schwirren die Stimmen der Händler und der Duft von Gebratenem oder Gegrilltem breitet sich aus.

Meistens kaufen die Mittdreißigerinnen ein wenig Gemüse, Serrano-Schinken oder ein Gläschen Konfitüre. Hauptsächlich aber kommen sie wegen der geschäftigen Atmosphäre und der hervorragenden Essensstände auf dem Herzstück des Marktes, dem "Middle Market". Ein Teller mit Jakobsmuscheln und Wok-Gemüse sind dort für fünf Pfund zu haben, ein riesiges, himmlisch saftiges Entensandwich kostet das Gleiche.

Es gibt wenig Orte in London, an denen man so gut und so günstig essen kann wie auf dem legendären Markt im Stadtteil Southwark südlich der Themse. An dem einen Stand lockt englischer Käse, am nächsten frisch gepresste Fruchtsäfte, an einem dritten geräucherter Fisch aus Irland. Und deshalb kommen sie alle: Die Geschäftsleute, die Hausfrauen, die Köche und die Touristen. Sie alle gucken, kosten, palavern, futtern - und fotografieren. Besonders beliebte Motive sind frisch erlegte Fasane, die über der Theke mit dem Wildfleisch baumeln, und die präparierten Kugelfische, die den Weg zum Fischhändler weisen.

Jakobsmuscheln vom Grill

Von Hand beschriebene Tafeln und Zettel weisen an allen Ständen auf das aktuelle Angebot hin, Plakate oder gar Plastikschilder sieht man auf dem "Borough Market" kaum. Man könnte das alles als Marktfolklore abtun - doch die Qualität der angebotenen Waren ist hervorragend, der Umgang mit Lebensmitteln liebevoll und professionell.

Da ist zum Beispiel Darren Brown, der den Stand "Shellseeker's Fish & Game" auf dem "Middle Market" betreibt. Der Platz hinter der Theke ist eng, alles wirkt improvisiert. Mayonnaise und Chilisauce werden in Plastikflaschen gereicht, die Griffe der Kellen und Messer der Köche sind von der Hitze des Grills verschmort.

Darren und sein Assistent legen mit bloßen Fingern Jakobsmuscheln und das Fleisch für die Hirschburger auf den Gas-Grill. Nachdem die Burger ein paar Minuten auf dem Grill gebrutzelt haben, misst Darrens Assistent die Kerntemperatur mehrfach mit einem digitalen Thermometer. Die Burger sind fertig, wenn die Käsescheibe ihre Form verliert und das Fleisch außen kross und innen saftig ist. Das Brötchen dazu ist frisch und fluffig, der Salat knackig. Die saftige Köstlichkeit macht ordentlich satt, danach hat man sich ein Glas Pimm's verdient. Der britische Kräuterlikör wird zwar in schnöden Plastikbechern ausgeschenkt, aber stilecht mit Apfel-, Zitronen-, Orangen- und Salatgurken-Scheiben getrunken.

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London Infos

  • Infos über Märkte
    Wer sich in das Getümmel der Londoner Feinschmecker-Märkte stürzen will, sollte eins bedenken: Gerade die jungen, spannenden Märkte sind nur samstags geöffnet. Größere etablierte Märkte öffnen bereits donnerstags oder freitags.
    Lohnende Anlaufpunkte sind der Borough Market , der Ropewalk der Brockley Market in St. John. Auch der Bio-Markt an der Southbank sind ist ein Besuch wert.

    Eine Übersicht über die 20 Londoner Farmer Markets bietet die Website www.lfm.org.uk, besonders beliebt ist der Markt in Marylebone in der Cramer Street
  • Restaurants
    Schwer angesagt sind derzeit die drei Burger+Lobster , Restaurants in Soho, Mayfair und Farringdon, die auf Hummer spezialisiert sind. Ein Hummer-Burger mit Chips und Salat kostet 20 Pfund.
    Das GrEatBritish in der Audley Street in Mayfair serviert klassische britische Speisen.
    Das Perkin Reveller bietet einen urige Atmosphäre, einen tollen Blick auf die Themse und sehr gute, junge britische Küche.
    Empfehlenswert und für Londoner Verhältnisse relativ preiswert ist das Magdalen nahe der London Bridge .
    Die Küche des Dinner by Heston bietet neue Interpretationen klassischer britischer Speisen. Ideengeber ist der hoch verehrte britische Drei-Sterne-Koch Heston Blumenthal. Hochpreisig und exklusiv.
  • Hotels
    In der Nähe der Themse und nicht allzu weit von "Brockley Market" und "Ropewalk" befindet sich das Park Plaza . Vom Frühstücksraum aus hat man einen umwerfenden Ausblick auf Big Ben und House of Parliaments.

    Die Hotelkette Radisson Blu Edwardian betreibt einige neue, sehr empfehlenswerte Designhotels in London. Besonders schön ist die Lage des Hotels "Mercer Street" in Covent Garden.

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