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12.07.2012
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Weine aus dem Piemont
Magische Gewächse

Von Christian Wenger

Weinempfehlungen: 15 besondere Tropfen aus dem Piemont
Fotos
Corbis

Das Piemont erstreckt sich von den oberitalienischen Seen bis ans Mittelmeer. Im Zentrum des Dreiecks Turin, Mailand und Genua wachsen Barolo, Barbaresco, Barbera und Dolcetto. mmo-Autor Christian Wenger hat vor Ort 15 ausgezeichnete Weine der Region ausgesucht.

Alba - Im Dreieck der Städte Alba, Dogliani und Canelli liegen die Orte mit den für Weinfreunde magischen Namen: Barbaresco, Neive, Treiso, La Morra, Barolo, Novello, Serralunga, Castiglione Falletto und Monforte d'Alba. Die Gegend mit den sanften Hügeln heisst Langhe, italienisch Langa, und umfasst knapp ein Fünftel der Fläche des Piemont, das sich bis an die Schweizer Grenze erstreckt und Turin zur Hauptstadt hat.

Sachlich gesehen wird mehr oder weniger im gesamten Piemont Wein produziert. Das Herz jedoch liegt in der Langa. Auf den ersten Blick sind die Langhe kein Ziel für die Befriedigung klassischer Italien-Sehnsüchte: Bis ans Meer sind es gut 120 Kilometer, das Klima ist für italienische Verhältnisse eher kühl, der Frühling niederschlagsreich, die nahen Berge auch im Sommer schneebedeckt, die Nebel im Herbst feucht und hartnäckig dick, die Winter lang und kalt.

Die schmalen, verschlungenen und mitunter steilen Strassen zwingen zur Langsamkeit, touristische Attraktionen fehlen, über dem ganzen Gebiet liegt eine eher melancholische Grundstimmung, die gut zu zurückhaltenden Art der Pineroli passt, wie die Bewohner des Piemonts korrekt heissen.

Die wichtigste Traubensorte im Piemont ist die Nebbiolo-Traube. Aus ihr entstehen der Barolo und der Barbaresco. Dieser Name des Weins wird auf dem Etikett stets ergänzt mit den Namen des Produzenten, der Produktionszone und der Lage beziehungsweise dem Namen des Weinbergs.

Barbera und Dolcetto sind die zwei anderen Traubensorten, aus denen gleichnamige Weine gemacht werden. Die weißen Trauben heißen Arneis, Favorita, Nas-Cetta, Moscato, Timorasso und Cortese (Gavi). Neben diesen meist reinsortig ausgebauten Weinen haben in den letzten Jahren auch Kombinationen Erfolg, die aus einheimischen Sorten oder mit Merlot und Cabernet Sauvignon gemischt werden.

Die preisliche Schmerzgrenze ist offenbar noch nicht erreicht

Leider haben sich auch die piemontesischen Winzer in den letzten Jahren auf Preisgipfel vorgearbeitet, wo die Luft für den Normalkonsumenten dünn wird, aber Charakter und Typizität der Weine sind so herausragend, dass die Schmerzgrenze offenbar noch nicht erreicht ist. Weine, die sich mit Namen wie Arborina, Larigi, Darmagi oder Piodilei ins Ohr schmeicheln, können eigentlich gar nicht anders, als exotisch-aromatisch-verführerisch zu duften und sanft, weich, würzig und harmonisch zu schmecken.

Und darüber hinaus haben sie Statur, Finesse und das Potential, sich ihre kompakte Struktur, ihre geschmeidige Kraft für viele Jahre zu erhalten. Auf dem deutschen Markt haben sich die klassischen Produzenten seit Jahren etabliert - wenngleich (wie der Brunello und die Edelweine aus der Toskana) zu teilweise absurd hohen Preisen.

Kleinere und jüngere Produzenten tun sich oft schwer, einen Importeur zu finden; bei einer Bestellung ab Weingut schlagen die Transportkosten bei den geringen Mengen für den Privatgebrauch überproportional zu Buch. Obwohl dadurch einige Novitäten und Trouvaillen unerwähnt bleiben, orientiert sich die folgende Auswahl deshalb an den auf dem deutschen Markt erhältlichen Weinen.

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Die besten Jahrgänge

Herausragende Jahrgänge im Piemont sind 1971, 1978, 1985, 1990, 1997, 1999, 2001, 2004, 2007.

Sehr gute Jahrgänge sind 1970, 1978, 1982,1989, 1996, 1998, 2000, 2005, 2006, 2008, 2009.









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