Freitag, 23. Februar 2018

Weine aus dem Piemont Magische Gewächse

Weinempfehlungen: 15 besondere Tropfen aus dem Piemont
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Corbis

2. Teil: Wer es kann, trüffelt sich das ganze Menü

Diese sanfthügelige Gegend lässt einen nicht mehr los: Wie ein Magnet ziehen die animalisch duftenden Knollen des Weissen Trüffels jeden Herbst fröhliche Esser und Zecher an. Italiener aus Mailand und Turin, Franzosen, Schweizer, Österreicher, Deutsche dominieren das Stimmengewirr auf den Trüffelmärkten, in Alba und anderen grösseren Orten und abends in den Restaurants.

Wer es mag und kann, trüffelt sich das ganze Menü, feingehobelt über Antipasti, Primi und Secundi. Werden die Trüffel auf der Rechnung separat ausgewiesen, können so leicht fünfzehn bis zwanzig Gramm zusammenkommen. Aber so üppig muss es nicht sein. Kenner essen nur ein Gericht, nur ein Piatto, das die Feinheiten des Pilzes optimal zur Geltung kommen lässt: Trüffel auf handgemachten schmalen Eiernudeln, den piemontesischen Tajarin, oder auf der Fonduta, der trefflichen Mischung aus Fontinakäse und Eigelb.

Wenn hundert Weinjournalisten und wichtige Händler und Restaurantbesitzer aus der ganzen Welt nach Alba reisen und eine Woche lang Weine degustieren, müssen die Weine den Aufwand rechtfertigen. Das Treffen findet jedes Jahr im Mai statt, in Alba, im Herzen der Langhe im Piemont. Fünf Tage dauerte dieses Jahr die Vorstellung der Weine, die ab diesem Jahr für den Markt freigegeben sind: Barolo des Jahrgangs 2008, Riserva 2006, Barbaresco 2009, Roero 2009.

Die meisten von ihnen sind an der typischen Flasche zu erkennen, der Albeisa. So heisst auch die 1973 gegründete Vereinigung von Produzenten, die den Weinen der Langhe mit dieser charakteristischen, unverwechselbaren Flasche eine eigenen Identität geben wollten. Unter den mehr als 200 Weinproduzenten, die ihre Weine der Degustation stellten, gab es erfreulicherweise 30 neue Produzenten, die zum erstenmal ihre neuen Weine präsentierten.

Leider fehlten einmal mehr die meisten der grossen Namen. Das Argument, dass sie ihre Weine schon verkauft hätten, dürfte nicht in allen Fällen zutreffen. Das Piemont hat mehrere gute und herausragende Jahrgänge in Folge vorzuweisen. Das schaffte ein angenehm hohes Niveau und erfreuliche Eindrücke. Zum ersten Mal war die Verkostung nach den Tagen für die Fachleute auch für das weininteressierte Publikum geöffnet. Der Erfolg dürfte zu einer Wiederholung in den kommenden Jahren führen.

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