Dienstag, 20. November 2018

Neue Gins aus Deutschland Erlesenes von Enthusiasten

2. Teil: Old Tom contra London Dry

Aktuelles deutsches Fabrikat: Both's Old Tom Gin greift Geschmacksnoten aus dem 18. und 19. Jahrhundert wieder auf
Um dem Getränk die Schärfe zu nehmen, war es üblich, Gin zu süßen. Dieser mit Zucker versetzte Gin ist auch heute noch unter dem Namen "Old Tom Gin" im Handel erhältlich und seit wenigen Jahren wieder in Mode. Der heute verbreitete "London Dry Gin" ist ein Ergebnis saubererer und mehrfacher Destillationsverfahren, die ab den 1830er Jahren einen weicheren und runden Geschmack ermöglichten.

Ungefähr in diesem Zeitraum fand sich auch eine ganz neue, kongeniale Verwendung des Gins: britische Kolonialoffiziere erfanden den Gin and Tonic. Ab den 1880er Jahren schließlich kam eine weitere Verwendung dieser wunderbaren Spirituose ins Spiel - der Cocktail in Gestalt des Martini.

Trotz seiner Verwendung in der American Bar und obwohl Gin seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch in den Vereinigten Staaten produziert wird, gilt Gin als die englische Spirituose schlechthin (nein, Whisky kommt aus Schottland und Whiskey aus Irland). Insbesondere mit Deutschland, das man eher mit Korn, Obstler und Supermarkt-Weinbrand assoziiert, würden selbst sehr phantasiebegabte Menschen Gin nicht in Verbindung bringen.

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