Samstag, 17. November 2018

Geschäftsessen So gelingt der Business Lunch

Businessessen: Wie man richtig mit Geschäftspartnern speist
Corbis

Das gute alte Geschäftsessen ist aus der Mode geraten. Dabei ist ein gut gedeckter Tisch immer noch der beste Ort, um Wichtiges zu besprechen. Ein oder zwei Gläser Wein räumen nicht nur Hemmungen, sondern auch Hindernisse aus dem Weg - wenn man ein paar Grundregeln beherzigt.

Hamburg - Einer der Trugschlüsse, denen man in seinem Berufsleben aufsitzen kann, ist jener, dass Geschäfte umso rationaler angegangen werden, je größer sie werden. Das Gegenteil ist der Fall. Man kann das gut im privaten Bereich beobachten: Eine der größten Anschaffungen ist das Auto, und wer wollte ernsthaft behaupten, dass hier die Kaufentscheidung vom Verstand bestimmt würde? Nein, die Entscheidung fällt im Bauch, hier wie dort. Und wenn der Bauch so wichtig ist, sollten dessen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen, wenn Entscheidungen vorbereitet oder gefällt werden. Das ist zunächst leicht einzusehen.

Leider leben wir in einer Kultur, die Arbeit und Vergnügen relativ streng voneinander trennt: erst diese, dann jenes. Wer sich dem entzieht, setzt sich schnell dem Verdacht aus, "zu viel Zeit" zu haben oder die Dinge nicht ernst genug zu nehmen. Sei's drum. Die Guten zeichnen sich dadurch aus, dass sie tun, was sie selbst für richtig halten - und nicht, was ihnen die Buchhaltung vorschreibt.

Abgesehen davon, dass man sowieso essen muss (und es dann ruhig auch anständig tun kann), gibt es eine Reihe von guten Gründen, Besprechungen auf das Mittagessen zu verlegen. Wobei vorab zu sagen ist, dass alles keinen Wert hat, wenn man nicht selber aufrichtig Spaß an gutem Essen und einer zivilisierten Unterhaltung hat. Dies vorausgesetzt, gibt es aber eine ganze Reihe von Argumenten, was die betriebliche Veranlassung betrifft.

Da ist zunächst mal die Erkenntnis, dass man lieber mit Menschen zusammenarbeitet, die man kennt. Und man lernt sich nirgends so schnell und gut kennen wie bei einem gemeinsamen Mahl. Wenn man Glück hat, teilt man sich dabei eine Flasche Wein. Wer einlädt, gewinnt in jeder Verhandlung auf spielerische Weise die Initiative zurück, festgefahrene Gespräche werden plötzlich wieder locker und führen zum Ziel. Das liegt übrigens auch daran, dass man sich auf "neutralem" Gebiet trifft. Es gibt in diesem Zusammenhang eine Reihe von Dingen, die man richtig machen kann, die wichtigsten habe ich versucht, hier zusammenzutragen.

Originalität kann auch geizig wirken

Bei der Wahl des Restaurants sollte das Ziel sein, einen gewissen Eindruck zu hinterlassen. Daher scheidet schon mal alles Mittelmäßige aus, das ist schneller vergessen, als der Bewirtungsbeleg eingereicht ist. Eher ist die Currywurstbude richtig, oder McDonald's am Flughafen. Überschätzen Sie aber nicht die Originalität dieser Idee, beziehungsweise verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Originalität erkannt wird. Es könnte auch einfach geizig wirken.

Optimal sind "bessere" Restaurants, die aber nicht allzu ambitioniert sein sollten, Restaurants, denen Gastlichkeit wichtiger ist als ihre Kreativität. Die findet man in der Regel eher unter den Ein-Sterne-Häusern als unter den mit zwei und drei Sternen ausgezeichneten, in denen oftmals das Essen und das Ambiente allzu sehr vom eigentlichen Anlass ablenken.

In den meisten Fällen lohnt es sich auch, schon bei der Reservierung mitzuteilen, dass man etwas zu besprechen hat. Wer nach einem ruhigen, diskreten Tisch fragt, bekommt den in den besseren Häusern meistens auch. Mit etwas Glück hält man sich dann auch bei der Annonce der einzelnen Gänge zurück; es ist leider Mode geworden, jeden Teller ausführlich zu erklären, im schlimmsten Fall noch mit der Anleitung, was in welcher Reihenfolge wie zu essen ist.

Dann sollte es natürlich ein Lokal sein, in dem man sich als Einladender selbst wohlfühlt. Am besten also eins, in dem man schon das eine oder andere Mal gewesen ist. Soviel Engagement, denke ich, kann man erwarten.

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