Mittwoch, 19. Dezember 2018

Schleswig-Holstein für Gourmets Die Sterne des Nordens

Zwischen Sylt und Lübeck wird groß aufgekocht. Beim 25. Schleswig-Holstein Gourmet Festival gastieren Sterneköche aus vielen Regionen im Norden. Aber auch jenseits der großen Gastronomie hat das Land hohe kulinarische Werte. Erzeugerkooperativen bieten Genüsse aus Obstgärten und Käsekellern.

Lübeck - Es waren einmal ganz im Norden Schleswig-Holsteins zwölf ländliche Restaurants, die bewirteten die Besucher des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Weil sie damit so erfolgreich waren, schlossen sie sich 1987 zur Kooperation Gastliches Wikingland zusammen und gründeten als kulinarisches Pendant zum Musikfestival das Schleswig-Holstein Gourmet Festival. Statt berühmter Dirigenten und Solisten gastierten nun seit 25 Jahren renommierte Köche aus ganz Deutschland im Norden, um den kulinarischen Horizont ihrer norddeutschen Kollegen und ihrer Gäste zu erweitern.

An insgesamt 32 Galaabenden stehen 18 vielfach ausgezeichnete Gastköche mit unterschiedlichen Kochstilen bei ihren schleswig-holsteinischen Kollegen am Herd. Darunter sind bekannte Kochkünstler wie Harald Wohlfahrt und junge Trendsetter wie Magnus Ek aus Schweden und Thorsten Schmidt aus Dänemark. "Wir möchten unseren Gästen und Mitarbeitern immer wieder neue Impulse geben. Daher achten wir auf eine gute Mischung aus bewährten und neuen Gastköchen", sagt Klaus-Peter Willhöft, der Präsident der Kooperation. Inzwischen beteiligen sich Restaurants zwischen Ahrensburg bei Hamburg und Wenningstedt auf Sylt an dem Festival, das noch bis zum 18. März 2012 dauert.

Längst ist Schleswig-Holstein kein kulinarisches Entwicklungsland mehr. Die Zahl der Restaurants mit einem oder mehreren Sternen im "Guide Michelin" hat sich in den vergangenen 25 Jahren fast verdoppelt. 1987 gab es nach Angaben der Kooperation Gastliches Wikingland im nördlichsten Bundesland 7 Betriebe mit zusammen 8 Sternen, inzwischen tragen hier 13 Restaurants 17 Sterne.

Holsteiner Rehbock und Amrumer Lammcarrée

Doch auch abseits der Sterne-Gastronomie wird in Schleswig-Holstein Leckeres aufgetischt. Geschnetzeltes vom Holsteiner Rehbock zum Beispiel, Amrumer Lammcarrée mit Birnen, Bohnen und Speck oder Nordseekabeljau auf Leipziger Allerlei mit Krustentierschaum. Regionaltypische Gerichte wie diese, zubereitet mit frischen Zutaten aus der Region nach handwerklichen Grundsätzen - das ist das Credo der Kooperation "Feinheimisch".

Den Mitgliedern des 2007 gegründeten Vereins - gut 20 Restaurants und gut 40 Produzenten von der Bäckerei bis zum Ziegenzüchter - geht es um mehr als nur um gutes Essen. Die Mitglieder wollen auch dazu beitragen, die Arten- und Sortenvielfalt im Land zu erhalten und die handwerkliche Produktion von Lebensmitteln zu fördern. Industrielle Fertigprodukte kommen bei den Feinheimischen nicht in die Küche, stattdessen verpflichten sich die Mitglieder, mindestens 60 Prozent ihres Warenbedarfs durch Qualitätsprodukte aus Schleswig-Holstein zu decken.

Die gibt es reichlich im Land zwischen den Meeren. Auf den Weiden der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein grasen Galloways, Schottische Hochlandrinder und andere Robustrinder, die schmackhaftes fettarmes Fleisch liefern. Zahlreiche Gartenbaubetriebe haben sich darauf spezialisiert, traditionelle Gemüsesorten zu kultivieren. Dazu gehören wilde Möhren mit violetter Schale oder Kartoffelsorten wie Bamberger Hörnchen, Rote Emma oder Blauer Schwede.

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