Freitag, 24. Februar 2017

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Deutscher Grillmeister "Man kann alles grillen"

Wer andern eine Bratwurst brät, der braucht ein Bratwurstbratgerät. Nur welches? Und wie wird die schlichte Bratwurst zur Premium-Gourmet-Grillwurst? Im Gespräch mit manager-magazin.de gibt der amtierende deutsche Grillmeister Peter Dölker vom Team der "Bush-Food-Griller" Tipps für den Genuss vom Rost.

mm.de: Herr Dölker, was macht die Faszination des Grillens aus?

Dölker: Es macht Riesenspaß, weil man so viel experimentieren kann. Es ist unglaublich, was man alles auf den Grill legen kann. Man kann im Prinzip alles grillen: Man muss nur die richtige Temperatur haben, es gut vorbereiten und hinterher bearbeiten. Und dann ist der Fantasie keine Grenze gesetzt.

mm.de: Ein Beispiel?

Dölker: Salatherzen. Chicorée. Windbeutel. Wir sind der Meinung: Wenn man es nicht probiert, kann man auch nicht wissen, ob es geht. So entstand auch unsere "Oberländer Bratwurst im Cornflakes-Mantel", mit der unser Team, die "Bush-Food-Griller", im vergangenen Jahr bei der deutschen Grillmeisterschaft gewonnen hat. Die war ein echter Reißer. Es gibt sogar eine größere Firma, die diese Wurst jetzt vermarkten will.

Beim Ausprobieren entstehen Dinge, von denen man vorher nie gedacht hätte, dass sie möglich sind. Die ganzen Kochshows im Fernsehen funktionieren ja nach dem gleichen Prinzip. Beim Grillen kommt noch das Abenteuerliche mit Feuer, Kohle und Glut dazu.

mm.de: Wenn man professionell grillen will - womit muss man sich ausstatten?

Dölker: Das kommt darauf an, ob Sie mit Gas, Holzkohle oder Elektrizität grillen wollen. In jedem Fall braucht das Gerät einen guten Stand, und die Auflage sollte aus Edelstahl sein - das ist besser zu reinigen. Bei einem Holzkohlegrill ist es wichtig, eine gute Kohle zu verwenden. Und Sie brauchen Zeit. Die schnelle Grillerei, die in Deutschland so beliebt ist, geht eigentlich gar nicht. Die Kohle braucht schon eine halbe Stunde, und das Anheizen mit dem Fön sollte man sich sparen.

mm.de: Was ist denn nun das Beste: Gas, Elektro oder Holzkohle?

Dölker: Den typischen Grillgeschmack, den man beim Fleisch ja haben will, gibt nur die Holzkohle. Bei den Grillmeisterschaften haben wir allerdings zusätzlich Gasgrills - weil wir ja auch Desserts auf dem Grill machen, bei denen man den Kohlegeschmack nicht haben möchte. Auch empfindlichen Fisch, bei dem es sehr auf die Gartemperatur ankommt, macht man auf Gas. Aber da braucht man ein gutes Gerät. Die kosten so zwischen 400 und 500 Euro. Von Gasgrills mit Lavasteinen halte ich übrigens nichts - die Steine saugen das, was heruntertropft, auf, und spätestens beim dritten Mal stinkt der Grill. Dann können Sie die Steine auskochen, dann noch einmal verwenden, aber dann war es das auch. Da gibt es bessere Lösungen.

Holzkohle-Kaminzuggrills haben einen Stehfuß mit Luftklappe, mit der man die Glut steuern kann. Die haben den Vorteil, dass es schnell durchglüht, sind aber übungsbedürftig. Sehr zu empfehlen sind Kohleanzünder: In das runde Rohr mit Löchern und Holzgriff wird die Kohle eingefüllt, und darunter kommt der Anzünder oder ein Stück Zeitungspapier. Und die durchgeglühte Kohle schüttet man dann in den Grill.

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