Montag, 10. Dezember 2018

Edelschokolade Süßes Feuer

Die Hamburgerin Christiane Welschlau liebt Schokolade. Ihre Passion machte die gelernte Kauffrau zum Geschäft und kreiert seit einigen Jahren feinste Pralinen und andere handgeschöpfte Köstlichkeiten. Für manager-magazin.de öffnete sie ihre Manufaktur.

Hamburg - Es duftet nach Schokolade und Vanille. Bis an den Rand gefüllt laden die Tische in der kleinen Chocolaterie "Die Ise" in Hamburg Sasel zum Naschen ein. Hier hat Christiane Welschlau die Fülle ihres Schokoladenwissens ausgebreitet, in durchsichtigen Hüllen und kleinen Holzkisten verstaut, dekoriert mit Kerzen, Porzellanleopard, prächtigen Spiegeln und feinen Spitzendecken.

Auf dem Isemarkt fing alles an: Welschlau mag den direkten Kontakt zu Kunden
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Auf dem Isemarkt fing alles an: Welschlau mag den direkten Kontakt zu Kunden
Nähert man sich dem Geschäft von der Straße her, kaum jemand würde hier diese Oase der süßen Sünde vermuten, denn das Geschäft verbirgt sich im Hinterhof eines dieser typischen Gelbklinkerbauten aus den 60er Jahren, direkt hinter einem Elektronikfachgeschäft.

Hier hat sich Frau Welschlau ihr kleines Reich eingerichtet. Im Erdgeschoss zeigt sie alles, was ihre kleine Manufaktur hergibt. Unterdessen füllt im Keller gerade ihre einzige festangestellte Mitarbeiterin den feinen Schmelz der Praline "Isefeuer" in die knackigen Schokoladenhüllen, die sie mit einem bedruckten Aufleger schließt. Ein einfacher Herd mit vier Platten, eine Mikrowelle, ein Wasserkocher, ein Extraofen zum Schmelzen der Schokolade, der etwa die Größe eines kleinen Backofens hat, und eine Kaffeemaschine - das ist alles, was die gelernte Kauffrau für die Küche braucht, abgesehen von den Spritztüten, Löffeln und Schneebesen.

Der Rand des Kupferkessels auf der Herdplatte ist noch von einer dünnen Schicht frischer Sahne überzogen, die für die Fertigung der Süßigkeit aufgekocht wurde. Der Duft von Schokolade wabert durch den Raum, vermischt mit Calvados und einem Hauch Chilipfeffer - das sind die Hauptingredienzien, die Welschlau zu einem zarten Schmelz vermengt, für den sie vor gut zwei Jahren eine Auszeichnung vom Pralinenclub Deutschland als "beste Praline im November 2004" erhielt.

"Die 'Isefeuer' ist der Renner", erklärt die Fachfrau. Gerne kaufen auch Männer das alkoholhaltige Produkt. Lange habe sie ausprobiert bis die Mischung stand. Mal war die Schokolade zu heiß, mal trennte sich das Wasser des Calvados von der Schokolade. "Ist die Schokolade ein Grad zu warm, kann das die ganze Mixtur zunichte machen", sagt Welschlau. Ansonsten verrät sie kaum etwas über die Rezepturen.

Die 45-jährige Hamburgerin ist seit fünf Jahren im Geschäft. Zum 40. Geburtstag habe sie sich ein Seminar bei einem Chocolatier in der Schweiz geschenkt. Auch in Frankreich ging sie in die "Lehre". Noch heute besuche sie Seminare, sagt Welschlau. Der Anregungen wegen. Auf einschlägigen Messen schaut sie sich ebenfalls um.

Die Rohschokolade bezieht sie von einem Schweizer Händler. In der Hamburger Küche wird die braune Masse dann veredelt. Acht verschiedene Pralinen hat Welschlau im Angebot, dazu handgeschöpfte Schokoladentafeln und allerhand andere Formen aus der süßen Masse. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Valentinstag auf Hochtouren. Herzen in unterschiedlichen Größen und Mustern sind hier zu haben. Die Täfelchen aus Vollmilch oder Zartbitter tragen rote Blüten und Knospen - farbige Aufdrucke aus Kakaobutter.

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