"Istanbul Nights" und "Tee mit der Maus"
Bei Tee Gschwender wurde ein speziell für den Abend gedachter Tee "Murmeltier" getauft. Für die ganz kleinen Kunden gibt es den "Tee mit der Maus", für die älteren Geschwister "Wilde Hühner" und "Wilde Kerle". "Das Drumherum spielt eine große Rolle", beobachtet auch Thomas Holz.
Auf die Spitze getrieben wird diese Entwicklung bei Samova: Eine besondere Geschichte ist hier stets der Ausgangspunkt für eine neue Teesorte. "Wenn uns zum Beispiel gerade Istanbul als Trendmetropole interessiert, dann recherchieren wir zu dem Thema und entwickeln dann zu dieser Geschichte einen Tee", erklärt Esin Rager. In diesem Fall heißt das Ergebnis "Istanbul Nights", eine Darjeeling-Ceylon-Mischung mit orientalischen Gewürzen. "Unsere Teenamen sollen Spaß machen", sagt Rager. Und so wird an manchem doppeldeutigem Wortspiel ebenso lang getüftelt wie an der Teemischung selbst.
Trotz aller Modernisierungserscheinungen rund um den Tee sind sich die Experten in einer Sache einig: Tea-to-go-Läden nach dem Vorbild der erfolgreichen Coffeeshops wird es nicht geben. "Tee ist ein viel sinnlicheres Getränk als Kaffee. Er wird in Ruhe genossen, nicht auf die Schnelle - hektische Teeläden würden wohl nicht funktionieren", sagt Esin Rager von der "Samova Tea Lounge" in Hamburg. "Coffeeshops machen auf schnelles Geschäft. Teetrinker aber lassen sich Zeit", bestätigt Florian Hoffmann vom Teesalon Teelirium. "Das muss auch so sein, schließlich braucht ja mancher Kräutertee schon allein zehn Minuten zum Ziehen."
Sandra Cantzler, dpa
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