Wenn der Zucker im Wein fehlt ...
Europäische Winzerverbände kritisierten das Vorhaben der Kommission und kündigten weiteren Widerstand an. Auch der Deutsche Weinbauverband lehnt die Pläne ab und sieht darin eine Mogelpackung.
Vor allem das geplante Verbot der Anhebung des Alkoholgehaltes durch Zugabe von Rüben- oder Rohrzucker in den Most löst in Deutschland Empörung aus. Die bisher gezahlten Subventionen für Traubensaftkonzentrat, das weiter zur Anhebung des Alkoholgehalt verwendet werden darf, sollen gestrichen werden. Besonders betroffen vom Zuckerverbot wären die deutschen Winzer, die bislang wegen des oft schlechteren Wetters den Alkoholgehalt mit der Zugabe um bis zu 3,5 Prozentpunkte anheben dürfen. Die Anreicherungsspanne soll nach den Kommissionsplänen auf zwei Volumenprozent begrenzt werden.
Dies trifft nach Herings Worten die Winzer in Rheinland-Pfalz ganz erheblich, da der notwendige Alkoholwert bestimmter Weinsorten - etwa Dornfelder oder Portugieser - nicht mehr erreicht werden könne. Rund ein Drittel der Anbaufläche wäre in der Folge nicht mehr rentabel, sagte der Minister. Bei den Weinbaubetrieben würden etwa fünf Milliarden Euro an Kapital vernichtet - es drohten zahlreiche Betriebspleiten
Ähnlich sieht es das Forum der Deutschen Weinwirtschaft, in dem Spitzenverbände der Branche vereint sind. Deutschland produziere keine Überschüsse, sei aber einer der Hauptbetroffenen der Kommissionspläne. Es drohten "große wirtschaftliche Nachteile für die deutsche Weinwirtschaft".
manager-magazin.de mit Material von ap und dpa
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