Hamburg - Weinfreunden droht beim Griff zu Billigweinen mitunter eine herbe Enttäuschung: Jeder siebte Wein im Discounthandel habe Mängel oder Fehler und sei kaum zu genießen, berichtet die Fachzeitschrift "Weinwirtschaft".
Im Auftrag der Zeitschrift hatten 23 Experten im Juni und Juli dieses Jahres das Sortiment von sieben Discountern geprüft und anschließend 662 Weine aus ihrem Sortiment getestet. "Es handelt sich um eine der größten Weinverkostungen des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland überhaupt", teilte die "Weinwirtschaft" mit.
Nach dem Befund der Tester mussten 4,1 Prozent der Proben aussortiert werden, weil sie nach Kork schmeckten. Betroffen war damit jeder 24. Wein der Billiganbieter. 2,6 Prozent (Vorjahr: 1,7 Prozent) wurden als "grob fehlerhaft" bewertet, weil sie nach Muff, Schimmel, Schwefel oder oxidiert geschmeckt hätten. 8,3 Prozent (9,7) wurden als "schwach, mit Mängeln" eingestuft. 42 Prozent der Weine (24,7) wurden mit "ausreichend" bewertet, 40,6 Prozent (54,6) mit "zufriedenstellend". Mit "gut bis sehr gut" schnitten 2,4 Prozent der Proben ab (8,1). Die Bestnote "herausragend" wurde nicht vergeben.
"Wer seinen Wein beim Discounter einkauft, erhält in den allermeisten Fällen ein gerade noch trinkbares Produkt, aber keinen wirklich guten Tropfen", sagte der Chefredakteur der "Weinwirtschaft", Hermann Pilz. Die meisten Discounthändler hätten aber in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Qualität am unteren Ende der Skala zu verbessern.
Die Weine waren von Kellermeistern, Winzern, Händlern und staatlichen Kontrolleuren sowie Weinjournalisten verkostet worden.
Getestet wurden Weine der Ketten Aldi Nord und Aldi Süd sowie Lidl, Penny, Plus, Norma und Netto. Die Skala der möglichen Noten reichte von eins ("herausragend") bis sechs ("grob fehlerhaft").
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