Montag, 23. Juli 2018

Fitness Von schlaff zu straff

Wer sich um seine Konturen sorgt, kommt um gezieltes Muskeltraining nicht herum - Ausdauertraining reicht für ein strafferes Erscheinungsbild meist nicht aus.

Bayreuth/Hamburg - Einen straffen Körper - das wünschen sich viele, wenn die Freibad- und Strandsaison ansteht und jede schlaffe Partie am Körper gnadenlos enthüllt. Ein Blick in Internet-Foren zeigt: Beim Wunsch nach einem straffen Körper herrscht mittlerweile Emanzipation, Männer scheinen kaum weniger um ihre Konturen besorgt zu sein als Frauen. Der Begriff "straff" ist dabei freilich subjektiv - für manche bedeutet er messerscharf definierte Muskeln, für andere schlicht keine hängenden Körperpartien.

So unterschiedlich darüber hinaus die individuellen Ausgangspositionen sein können - geschlechtstypische Problemzonen, die Beschaffenheit des Bindegewebes, die Frage, ob und wenn wie viel Fett abgebaut werden soll: Der Weg zu mehr Straffheit führt stets über eine Stärkung der Muskeln. "Bei Diäten empfehlen wir immer begleitend Krafttraining", betont Wolfgang Buskies vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth. Ansonsten baue der Körper neben Fett auch Muskelmasse ab.

Aber was eignet sich am besten? "Im Grunde ist egal, für was man sich entscheidet, solange man die entsprechenden Muskelgruppen trainiert und dabei bleibt", sagt Klaus-Michael Braumann, Leiter der Abteilung Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg. "Es sollte aber idealerweise ein Ganzkörpertraining sein."

Bessere Konturen

Er rät zu einem "klassischen Standard-Fitness-Programm", wie es die meisten Fitness-Einrichtungen anbieten. Dieses lässt sich anhand von Problemzonen individuell definieren, beispielsweise mit Bauch-Beine-Po-Übungen. Die Unterschiede seien im Effekt eher gering. "Es gibt eine breite Palette von Programmen, mit vielen verschiedenen Namen, aber vom Prinzip ist es weitgehend das gleiche: Es werden bestimmte Muskelgruppen trainiert, die Muskeln werden dadurch praller und auf diese Weise bekommt man eine bessere Kontur."

Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen sind keine Alternative, wenn es primär um Muskelaufbau geht. "Wenn man lange Zeit in einer solchen Sportart trainiert, kann man natürlich bei den beanspruchten Muskeln auch Effekte haben, aber die sind geringer, als wenn man die Muskeln gezielt durch Krafttraining trainiert", sagt Buskies.

Wer wenig Zeit oder Geduld hat, kann sich zum Muskeltraining auch moderner Technik bedienen, zum Beispiel der aus dem Astronautentraining stammenden Vibrationstechnologie. Die Effizienz soll laut Dieter Felsenberg vom Zentrum für Muskel- und Knochenforschung der Charité in Berlin höher sein als bei klassischem Krafttraining - allerdings sollte auf den Geräten unter Anleitung trainiert werden, da es wegen der hohen Intensität schnell zu Gelenküberlastungen kommen könne.

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