23.08.2008
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Bauerngolf
Putten zwischen Kühen

Golf gilt als elitäre Sportart. Nicht bei Bauer Wehling im Münsterland: Er nutzt seine Futterwiesen kurzerhand als Spielflächen. Bei der deutschen Meisterschaft im Bauerngolf wird wird mit Holzschuhen an Stäben und Bällen im Handballformat geputtet - und manchmal stehen Kühe im Weg.

Südlohn - "Golf ist mehr was für Spießer", findet Peter Weenink. Heute steht der Niederländer deswegen auf dem Gelände von Bauer Heinrich Wehling im münsterländischen Südlohn. Zwischen Mais und Kühen sind es vor allem die acht Fähnchen und Löcher, die die beiden interessieren. Gemeinsam mit Karin Otto-Höper vom örtlichen Tourismusverein organisieren sie die ersten offenen Deutschen Meisterschaften im Bauerngolf.

Eine Sportart, die 1999 nach Angaben von Weenink aus einer Stammtischidee und seinem Frust über die teuren Golfclubs entstanden ist. Auf den gepflegen Grüns der Clubs durften nur Mitglieder mit Platzreife spielen. Seitdem hat Bauerngolf einen Siegeszug angetreten. "Ich wollte günstiger Golf spielen können und habe einen eigenen Platz angelegt", erzählt er. Ausreichend Fläche hatte er zur Verfügung, nur die kleinen Golfbälle gingen im hohen Weidegras verloren.

Da es viel Zeit kostet, ein richtiges "Green" anzulegen und zu pflegen, musste eine Alternative her: größere Bälle. Diese haben etwa Handballformat und die passenden Schläger sind Holzschuhe, Klompen, am Stiel. Die dazugehörigen Löcher, die "Holes", sind im Boden eingelassene Eimer. Kraft ist für das Spielen mindestens genauso wichtig wie technisches Geschick, sagt der Fachmann. Die Holzschuhe haben eine flache und eine abgerundete Seite, die stark die Flugrichtung beeinflussen.

Was in Weeninks Heimatdorf provisorisch anfing, hat sich in den Niederlanden zu einer professionellen Sportart entwickelt: Eine eigene Firma sorgt für die Herstellung der Schläger und Bälle, der Name Bauerngolf ist geschützt und neben mehr als 100 Plätzen und mehr als 500 000 Spielern gibt es im Osten Hollands bereits eine eigene Bauerngolf-Liga.

Acht Löcher auf 50.000 Quadratmetern

Als Heinrich Wehling, der schon seit mehreren Jahren ein Maislabyrinth betreibt, nach einer Attraktion für Erwachsene gesucht hat, stieß er auf die ungewöhnliche Sportart. Davon angetan legte er seinen eigenen Bauerngolfplatz, den ersten in Deutschland, an. Auf knapp 50.000 Quadratmetern können Besucher jetzt den aus acht Löchern bestehenden Parcours abspielen. Dabei wird in zwei Mannschaften gegeneinander gespielt.

Erfahrene Golfer hätten dabei zwar einen kleinen Vorteil, weil sie die Technik beherrschten, doch Weenink räumt auch lachend ein: "Die sind meist so perfektionistisch, dass sie an den anderen Gegebenheiten scheitern." Damit meint er vor allem das Gras. Je länger es ist, desto schwieriger werde es, den Ball zielsicher zu schlagen. Auf seinem Hof laufen deshalb Kühe als natürliche Rasenmäher zwischen den Golfern herum. Mit einem nagelscherengestutzten Green darf also keiner am Hof Wehling rechnen.

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