Montag, 10. Dezember 2018

Bouncing Junge Hüpfer, große Sprünge

Wem die Evolution zu langsam voranschreitet, der greift halt zu technischen Hilfsmitteln: Mit Hightech-Stelzen aus Aluminium und Fiberglas ist man auf Anhieb 40 Zentimeter größer und kann das einfache Fußvolk mit hohen Sprüngen und spektakulären Salti beeindrucken.

Hamburg - An einem lauen Frühlingssonntag drehen in Hamburg viele Jogger keuchend ihre Runden um die Außenalster. Dabei kann es ihnen passieren, dass sie in energischen Riesenschritten von einem Sprinter auf futuristisch anmutenden Stelzen überholt werden. Denn am Ufer des Stadtsees treffen sich regelmäßig Hüpfstelzenfans, um ihrem federnden Hobby nachzugehen.

"Die Fortbewegung auf den Stelzen macht unheimlich Spaß. Man entdeckt die Welt ganz neu, fast wie ein Kind", schwärmt Niklas Dziobek. Der 21-jährige Sportstudent nimmt seit knapp einem Jahr an dem offenen Hüpfstelzen-Lauftreff "Bouncen in Hamburg" teil.

Der Wunderschuh, der das "bouncen" (abgeleitet vom englischen "to bounce": hüpfen, springen) ermöglicht, besteht aus einer Halterung mit Schnallen, einer beweglichen Aluminium-Stelze mit Gummifuß und einem stabilen Fiberglas-Stab, der beim Aufprall durchgebogen wird, ohne zu brechen.

Wie ein Trampolin an den Füßen

Diese federnde Konstruktion schnallt man an Füßen und Unterschenkeln fest. "Beim Gehen fühlt sich das ein bisschen so an, als hätte man ein Trampolin an den Füßen", sagt Niklas Dziobek. Je nach Körpergewicht gibt es verschiedene Stelzenmodelle. Die leichtesten Hüpfer dürfen 30 Kilo wiegen, und bis 120 Kilo sind der Sprungkraft keine Grenzen gesetzt.

"Man sollte den Stelzenlauf erst einmal austesten, bevor man sich für den Kauf der Stiefel entscheidet. Manche Fachgeschäfte, die die Stelzen verkaufen, haben dazu eigens Probierpaare auf Lager", rät Dziobek. Um das Gehen auf Hüpfstelzen zu erlernen, muss man nicht sehr viel Zeit einkalkulieren.

"Der Bewegungsablauf auf den Stelzen ist dem normalen Gehen sehr ähnlich. Nach spätestens 20 Minuten gelingt es den meisten Anfängern, den Höhenunterschied zu vergessen und sich freihändig darauf fortzubewegen", berichtet Dziobek. Er selbst spaziert inzwischen so sicher auf den Hüpfstelzen umher, dass er nebenbei genüsslich ein Stück Kuchen verspeist, ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten.

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