Montag, 19. November 2018

Schirmgeschäft Immer wenn es regnet

4. Teil: Neugeburt eines Klassikers

Wiedergeburt eines Klassikers

Es ist ein bunt gemischtes Völkchen, das den Laden frequentiert: Vom Geschäftsmann, der seinen Ebenholzgehstock wieder auf Vordermann bringen lassen will, bis zum Rentner-Ehepaar, das seinen altgedienten Knirps neu bespannen lässt.

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Die Firma aus Solingen, deren Knirps wie Tempo oder Tesa sogar als Synonym für das Produkt verwandt wird, ist eine der wenigen Traditionsmarken, die überlebt haben. Überlebt? Wahrscheinlich trifft es "auferstanden" besser.

Knirps ist zwar Deutschlands bekanntester Schirmname, nach eigenen Angaben Marktführer bei Taschenschirmen. Aber seit der Möbelfabrikant Bremshey, der als Erster die Schirmpatente des Erfinders Hans Haupt verwertete, die Marke 1982 nach Solingen verkaufte, gab es gleich mehrere Insolvenzen. Schließlich landete Knirps beim österreichischen Unternehmen Doppler.

Die Österreicher aus Braunau sind in Europa die Nummer Eins bei Schirmen und decken praktisch das gesamte Spektrum des Geschäfts ab. "Auch wir importieren zwischen 90 und 95 Prozent unserer Schirme", sagt Michael Lackner, Managing Director von Knirps und Vorstandsmitglied bei Doppler. "Daneben fertigen wir an unseren österreichischen Standorten auch in Handarbeit", erklärt Lackner. Für einen solchen Schirm müssen Kunden zwischen 90 und 100 Euro hinlegen.

Doppler hat 2007 43 Millionen Euro in Deutschland umgesetzt, davon den größten Teil mit Gartenbedarf. 13 Millionen spülten die Regenschirme in die Kasse. Und Knirps, der sieche Klassiker? "Da sprechen wir inzwischen von einer geglückten Markensanierung", sagt Lackner.

Die Absätze steigen. 440.000 Stück wurden im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft. Eine Million weltweit. Das Erfolgsrezept lautet Hightech und Design. So gibt es Knirpse aus Leichtbaumaterialien und mit Aluminiumhülle, weil's schicker aussieht.

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