Dienstag, 18. September 2018

Bambi-Gala Zickenkrieg auf rotem Teppich

Der Promiauftrieb bei der Bambi-Gala war so dicht, dass Gudrun Landgrebe auf Sabine Christiansens Abendrobe trat. Aber auch Männer können Zicken sein: Heiner Lauterbach verpasste Tom Cruise hinter vorgehaltener Hand eine verbale Breitseite, und Harald Schmidt bewies einmal mehr Lästermaul-Qualitäten.

Düsseldorf - Einen Rekord hat die Bambi-Gala 2007 auf jeden Fall verbucht - den längsten Monolog hielt Tom Cruise. Der 45-Jährige widmete sich in seiner Dankesrede nicht nur dem von ihm verkörperten Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg, er sprach auch ausführlich über seine schwierige Kindheit, ließ seine wichtigsten Rollen Revue passieren, rief als viel geschmähter Scientologe dazu auf, einen Menschen nicht nach seiner Religion zu beurteilen, und lobte das Land, das ihm eine Drehgenehmigung an Stauffenbergs Hinrichtungsstätte zunächst verweigert, später aber erteilt hatte: "Meine Zeit in Deutschland wird immer etwas ganz Besonderes sein."

Kein Geringerer als "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher hatte zuvor eine Lanze für den wohl umstrittensten Hollywoodstar gebrochen. "Nur wenige sind wohl größerem Druck ausgesetzt als er", sagte er in seiner Laudatio. "Ich kenne wenige, die dabei freundlicher, konzentrierter und würdevoller wirken als er."

Der Bambi in der Kategorie "Mut" sei "richtig", ja "zwingend". Doch wenn sich die Gäste auch von den Plätzen erhoben, so wie Schirrmacher dachte nicht jeder im Publikum: "Einen Film zu drehen, dafür 50 Millionen Dollar zu bekommen - ich finde, da gibt es Mutigeres", meinte Heiner Lauterbach bissig.

"Wo bleibt denn der Kleine?"

Cruise war ohne Zweifel der Mittelpunkt des Abends. "Wo bleibt denn der Kleine?" hatten die Fotografen schon beunruhigt gefragt, als er kurz vor Beginn der live in der ARD übertragenen Gala noch immer nicht aufgekreuzt war. Aber dann stand er plötzlich vor ihnen und gab sein blitzendes Cruise-Lächeln zum Besten. Vor ihm waren schon 1300 mehr oder weniger prominente Gäste über den roten Teppich geschritten.

Gelupftes Kinn, gestraffter Busen, Augendeckel-Klappern und Christkindl-Blick - alles für die Fotografen. Gerade die noch nicht ganz so bekannten Schönheiten haben die Kunst des extrem langsamen Vorbeiflanierens an der Fotografenriege zu höchster Vollendung gebracht.

Durch das ausgiebige Posieren staute es sich zeitweise so, dass Schauspielerin Gudrun Landgrebe (57) auf das Abendkleid von Sabine Christiansen (50) trat und es - ratsch - einriss. "Jetzt ist es durch", bemerkte die ehemalige Talkshow-Gastgeberin säuerlich: "Dankeschön!" Manche Gäste beschwerten sich auch über den dekolletéunfreundlichen Dauerregen. Das Rheinland ist eben nicht Hollywood.

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