16.07.2007
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Fahrradschlösser
Harte Zeiten für Diebe

Über 300.000 Fahrräder werden jährlich in Deutschland gestohlen. Stiftung Warentest hat 30 Fahrradschlösser untersucht, sagt welche am besten schützen und gibt Tipps für mehr Sicherheit.

Berlin - Drei Minuten. Mehr Zeit nehmen sich professionelle Fahrraddiebe nicht. Ist das Schloss bis dahin nicht geknackt, gehts weiter zum nächsten Rad, so die Erfahrungen der Polizei. Oft müssen die Diebe nicht weiterziehen. Billige Fahrradschlösser sind schnell entfernt. Stiftung Warentest hat untersucht, welche Schlösser am besten schützen. Im Test: 30 Fahrradschlösser für 5 bis 73 Euro.

Den besten Schutz bieten Bügelschlösser. Ihre massiven Stahlrohre trotzen auch roher Gewalt. Kaum Chancen für Sägen, Bolzenschneider und kleine Akkuschleifer, die ein Dieb unter dem Mantel tragen kann. Die Bügelschlösser hielten stand. Mindestens drei Minuten lang.

Auch die Experten für intelligentes Öffnen streckten die Waffen mit dem Gong. Sie versuchten die Schlösser im Test mit speziellen Picking-Werkzeugen zu öffnen. Gewaltlos und professionell. Fast ohne Erfolg. Nur ein Bügelschloss gab nach. Das Rexcraft 0750 stand nach anderthalb Minuten offen. Zum Trost: Das schaffen nur Profis mit Spezialwerkzeug. Testurteil insgesamt: befriedigend.

Richtig gesichert ist das Fahrrad nur bei fester Verbindung. Gut geeignet sind Lichtmasten und Pfosten aus Metall. Das Fahrradschloss muss dazu allerdings um Laufrad, Rahmen und Lichtmast passen. Bei Bügelschlössern ein Problem. Sie sind oft zu klein. Innenlänge im Test: 18 bis 26 Zentimeter. Bügelbreite: maximal elf Zentimeter.

Mangelhafte Spiralkabel

Spiralkabelschlösser passen dagegen locker um einen Pfahl. Sie sind schön lang. Nutzbare Innenlänge im Test bis zu 85 Zentimeter. Nur sicher sind sie nicht. Geschickte Diebe brauchen nur Sekunden, dann ist ein Spiralkabel durchgezwackt. Testurteil: mangelhaft - für alle Spiralkabel im Test. Sie sind bestenfalls als Ergänzung zu einem guten Bügelschloss geeignet.

Panzerkabel sind ein Kompromiss: Stabiler als die fipsigen Kabelschlösser und länger als die kurzen Bügel. Die besten Panzerkabel im Test heißen: Abus Steel-o-Flex 950/100 und Trelock KS 630. Sie schützen gut. Abus sogar knapp sehr gut. Mit 40 bis 44 Zentimetern Innenlänge kommen sie schon eher um Lichtmast, Laufrad und Fahrradrahmen. Nachteil: Panzerkabel sind besonders schwer. Das Model von Trelock wiegt fast 1,4 Kilo. Das von Abus sogar 1,6 Kilo. Gut ein Pfund schwerer als das beste Bügelschloss im Test.

Häppchenweise durchgezwackt

Andere Panzerkabel sind zwar leichter, schützen aber auch weniger gut. Testurteil: ausreichend bis mangelhaft. Oft täuscht der fette Überzug aus Kunststoff eine Seilstärke vor, die das dünne Drahtseil im Kern nicht hält. Diebe zwacken das Panzerkabel dann häppchenweise durch. Das funktioniert mit Bolzenschneider, Säge oder Akkuschleifer. So leicht sollten es Radfahrer den Dieben nicht machen.

Wer sein Rad liebt, sichert es am besten mit einem Bügelschloss, einem guten Panzerkabel oder einem Spezialschloss. Testsieger ist Abus. Der Anbieter liefert das beste Bügelschloss, das beste Panzerkabel und das insgesamt beste Spezialschloss. Drei Fahrradschlösser hielten den Aufbruchversuchen sehr gut stand: das beste Bügelschloss Abus Varedo 47 für 43 Euro, das beste Panzerkabel Abus Steel-O-Flex für 53 Euro und das handschellenähnliche Zwei-Bügel-Schloss Master Lock Street Cuff 8200 für 73 Euro.

Wer sparen will, wählt ein preiswertes Bügelschloss: Sekura KB 302 für 13 Euro oder Burg-Wächter 1500 HB für 17 Euro. Beide sind gut. Grundsätzlich gilt: Behalten Sie Ihr Rad im Auge. Gegen schwere Elektrowerkzeuge ist kein Schloss gefeit. Auch Zeit und Geschick führen den Dieb zum Erfolg.

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