Samstag, 17. November 2018

Fabergé-Eier Filigrane Meisterwerke

Edelsteine, Perlen, Gold und Elfenbein: Fabergé-Eier gehören zu den größten Kostbarkeiten der Welt. Im Inneren jedes Einzelstücks verbirgt sich ein filigranes Kleinod mit einer eigenen Geschichte. Die Schätze der Zarenzeit faszinieren Millionen und sind nun in Berlin zu sehen.

Berlin - Der Juwelier Peter-Carl Fabergé schuf von 1885 bis 1916 insgesamt 50 filigrane Schmuckeier für die russische Zarenfamilie. Davon sind neun aus der privaten Sammlung des russischen Wirtschaftsführers Viktor Vekselberg neben anderen Kleinoden Fabergés im Berliner Schloss Charlottenburg zu sehen. Mitte September zieht die Ausstellung nach Brüssel und London weiter.

Maiglöckchen-Ei (1898): Das Ei ist mit den Lieblingsblumen und Lieblingsjuwelen (Perlen und Diamanten) der jungen Zarin verziert. Eine Überraschung kommt durch Drehen eines perlenbesetzten Knopfes an der Seite zum Vorschein - die Miniaturporträts des Zaren Nikolaus II. und seiner beiden älteren Töchter, der Großfürstinnen Olga und Tatjana Renaissance-Ei (1894): Eine künstlerische Nachahmung eines Kästchens von Le Roy aus dem 18. Jahrundert. Was sich im Inneren verbarg, ist unklar - die Überraschung ist verschwunden Krönungs-Ei (1897): Ein Tafeldiamant, unter dem die in Diamantrosen und Rubinen ausgelegten Initialen der Zarin zu sehen sind, ziert die Spitze des Eis. Am Fuß des Eis ist unter einem Tafel-diamanten die Jahreszahl 1897 eingelassen
Kuckucks-Ei (1900): Durch Knopfdruck lässt sich der Deckel des Eis öffnen, so dass ein Vogel erscheint, der mit den Flügeln schlägt und kräht. Der Singvogel-Mechanismus im Kuckucks-Ei ist einfach und wird unabhängig vom Uhrwerk per Knopfdruck aktiviert. Daraufhin erscheint der Vogel, bewegt Schnabel und Flügel und gibt durch einen Blasebalgmechanismus Töne von sich Rosenknospen-Ei (1895): Es galt jahrzehntelang als verschollen und war das erste Ei, das Zar Nikolaus II. seiner Gemahlin schenkte. Unter der Schale verbirgt sich eine gelbe aufklappbare Rosenknospe. Darin waren ursprünglich noch ein Miniaturmodell der Zarenkrone und ein eiförmiger Rubinanhänger Orangenbaum-Ei (1911): Zar Nikolaus II. schenkte dieses Ei am 12. April 1911 seiner Mutter, der Zarenwitwe Maria Feodorovna. Obwohl es schon 1935 als Lorbeerbaum-Ei bekannt war, wird es seit 1947 als Orangenbaum-Ei bezeichnet. Beim Drehen öffnet sich die Spitze des Eis, und ein Singvogel kommt zum Vorschein
Neues Osterhennen-Ei: Ein Mitarbeiter der Firma Victor Mayer in Pforzheim setzt ein Miniaturei in eine Henne aus 18-karätigem Gold ein. In der Miniatur sind vier Hasen aus Gold eingearbeitet. Das äußere Ei ist mit 1582 hochfeinen Brillanten besetzt und besteht aus Gelb- und Weißgold sowie blauem Feueremaille Krönungs-Ei (1897): Im Inneren befindet sich ein Miniaturmodell der Kutsche, in der Zar Nikolaus II. und Zarin Alexandra Feodorovna gefahren wurden. Sie ist aus Gold, Platin sowie Emaille und mit Juwelen besetzt. Beim Öffnen der Tür entfaltet sich eine Treppe Maiglöckchen-Ei (1898): Das Ei wurde auf der Weltausstellung 1900 gezeigt, während sich die Art-Noveau-Euphorie in Paris auf dem Höhepunkt befand

Schätze der russischen Zarenzeit
Bitte klicken Sie auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.

Es gehörte zur Tradition, dass der Zar seiner Familie zum orthodoxen Osterfest Fabergé-Eier schenkte. Die Schmuckstücke aus der Werkstatt Fabergés sind Unikate: Jedes Ei erzählt eine eigene Geschichte. Bei der Kreation ließ sich der Juwelier, dessen Familie aus Frankreich stammte und sich zeitweilig in Brandenburg, später in St. Petersburg niedergelassen hatte, von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen inspirieren. Im Inneren verbarg jedes Ei etwas, das sich auf die Familie des Zaren persönlich bezog.

Nach der Oktoberrevolution beschlagnahmten die Bolschewisten die wertvollen Ostereier. 40 von ihnen verkauften sie ins Ausland. Zehn der Luxusobjekte befinden sich heute im Waffenmuseum des Kreml. Die restlichen Eier sind im Besitz verschiedener Museen und privater Sammlungen, von denen Vekselbergs die größte ist. Acht Eier sind seit der Revolution verschollen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH