Mittwoch, 28. September 2016

Business-Yoga Entspannung im Lotossitz

Mit kompliziert aussehenden Körperbewegungen ahmen Yoga-Jünger die Beweglichkeit eines Krokodils nach, die Zurückgezogenheit einer Schildkröte oder die Spannung eines Bogens. Ziel der sportlichen Verrenkungen: Die totale Entspannung. Unter den Anhängern der indischen Bewegung befinden sich auch immer mehr Manager.

Göttingen/Köln - Auf der Suche nach Entspannung und wohliger Zufriedenheit dehnen immer mehr Menschen in Deutschland beim Yoga ihre Muskeln und üben die innere Einkehr. Yoga boomt. "Der Trend ist seit zwei Jahren eindeutig zu erkennen, und die Nachfrage steigt weiter", sagt Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln.

Mehr Ausgeglichenheit für Körper und Geist:
Yoga kräftigt die Muskulatur und stärkt das Herz-Kreislauf-System
Genaue Angaben zur Zahl der Yoga-Jünger gibt es nicht. Der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland geht von vier bis sechs Millionen Anhängern aus, Christian Fuchs von der Yoga-Akademie Stuttgart von bis zu drei Millionen. Froböse dagegen schätzt die Zahl der Sinnsuchenden, die sich mit Yoga, aber auch Künsten wie Tai Chi und Qi Gong beschäftigen, nur auf rund 600.000.

Beim Geschlechterverhältnis dagegen sind sich die Experten einig. Mindestens 80 Prozent der Yoga-Anhänger sind Frauen - darunter prominente Vertreterinnen wie Sängerin Madonna und die US-Präsidentengattin Laura Bush.

"Yoga bietet ein gutes Körpererlebnis und eine enorme Befriedigung, die Sport nicht bringen kann: Die Beschäftigung mit sich selbst", sagt Kumud Schramm, Vorstandsmitglied im Berufsverband. "Wenn man regelmäßig Yoga praktiziert, wird man enorm wach, man wird weniger schnell aus der Bahn geworfen und ruht mehr in sich."

Ruhe statt Stress: Yoga findet in Deutschland immer mehr Anhänger" Besser als Sport: Yoga fördert die Konzentration "Das Kamel":  Nur eine von vielen Yoga-Übungen

Die Vereinigung von Körper und Geist
Bitte klicken Sie auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.

Auf Sanskrit, der klassischen Gelehrtensprache Indiens, bedeutet "Yoga" so viel wie Vereinigung - Körper und Geist sollen eine Einheit bilden. "Yoga fördert die geistige und körperliche Balance, die in einer zunehmend hektischen Gesellschaft enorm wichtig sei", sagt Schramm.

"Als Übungsweg soll mir Yoga dabei helfen, mit dem Leid, das ich als Mensch in der Welt erlebe, fertig zu werden", erklärt der Indologe und Yoga-Lehrer Fuchs. Allerdings sei das spirituelle Ziel - Erlösung und Befreiung von Leid - in den westlichen Ländern stark ins Hintertreffen geraten.

So hätten sich in den USA körperlich sehr anstrengende Formen wie Power-Yoga entwickelt, berichtet Fuchs. Diese Varianten steigerten zwar die Popularität der Lehre, kratzten allerdings nur an ihrer "alleroberflächlichsten Kruste". "Die modernen Formen führen meist nicht wirklich in Richtung Konzentration und Meditation, was das klassische Yoga eigentlich will."

Seite 1 von 2
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH