Freitag, 16. November 2018

Schiffbruch Größte Segelyacht der Welt läuft auf Grund

Als Chef der Autovermietung Avis feierte Joe Vittoria einen Erfolg nach dem anderen. Mit seiner Riesenyacht Mirabella V hat er weniger Glück - das Schiff lief kurz nach dem Stapellauf vor Frankreich auf Grund. Selbst die 90-Meter-Motoryacht des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch konnte das Schiff nicht freischleppen.

Hamburg - Nur wenige Wochen nach ihrem Stapellauf ist die größte Einmast-Segelyacht der Welt, die 75 Meter lange "Mirabella V", gestern Mittag in der Nähe des Hafens Beaulieu sur Mer an der französischen Riviera auf Grund gelaufen. Das meldet die Segelzeitschrift "Yacht" in ihrer Online-Ausgabe.

Segelyacht der Superlative: Die Mirabella V
Unmittelbar nach dem Zwischenfall setzte die Crew von Eigner Joe Vittoria, dem früheren Chef der Autovermietung Avis, einen Notruf ab. Obwohl nur wenige Minuten später ein 70 Meter langes Forschungsschiff und die gut 90 Meter lange Motoryacht von Roman Abramovitsch (Besitzer des britischen Premier-League-Fußball-Clubs FC Chelsea) zu Hilfe eilten, konnten sie der gigantischen Segelyacht nicht helfen. Immer wieder rissen Schleppseile und Decksbeschläge bei den Versuchen, die 765 Tonnen schwere "Mirabella V" freizuschleppen.

Erschwert wurden die Bergungsarbeiten wegen eines Defekts in der Hydraulik, durch den der zehn Meter tiefe Kiel ausgefahren wurde. Immer wieder vernahmen Zeugen knirschende Geräusche, die von der Grundberührung herrühren mussten.

Auch der Mast zeigte zwischenzeitlich eine bedenkliche Biegung. Das 88,5 Meter hohe Rigg wiegt 9,3 Tonnen, mit einer Fläche von 3200 Quadratmeter sind die gesetzten Segel mehr als 16 mal so groß wie ein Tennisplatz. Bei nachlassenden Winden am Nachmittag wurde die Situation vom Management der "Mirabella V" jedoch als unbedenklich eingestuft.

Gegen 17 Uhr wartete die Crew sehnsüchtig auf einen Hochseeschlepper, der wohl gegen 19 Uhr eintreffen sollte. Über die Vorgänge am Abend und in der Nacht war am heutigen Morgen noch nichts bekannt. Im Trockendock La Ciotat ist hingegen schon alles bereit, die riesige Yacht aufzunehmen und eventuell entstandene Schäden zu reparieren.

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