Donnerstag, 9. Februar 2012, 12:28 Uhr

manager magazin



29.04.2010
 

Pedelecs

So weit der Akku reicht

Von Holger Dambeck

Entspannt radeln mit Batteriepower - das ist der neueste Trend beim Radfahren. Auf dem Elektrovelo verlieren Berge und Wind ihren Schrecken, die Fahrt ins Büro ist weniger schweißtreibend. Aber wehe, wenn der Akku schlappmacht oder die Elektronik spinnt.

Hamburg - So ein Mist! Der steile Anstieg des Wasebergs hat gerade erst begonnen, ein selbst bei Profis gefürchteter 15-Prozent-Hügel in Hamburg-Blankenese. Doch dann macht plötzlich der Akku die Grätsche. Eben noch hat das Display als Kapazität zwei von fünf Balken angezeigt. Aber nach ein paar Metern bergauf ist Schluss mit der Trethilfe von bis zu 250 Watt. In der Anzeige ist noch ein Balken zu sehen, und kurz danach keiner. Jetzt stehe ich am Berg mit einem 25 Kilo schweren Elektrofahrrad, dem die Puste ausgegangen ist.

Bei den Hamburger Cyclassics nutzen Radprofis den kurzen aber steilen Waseberg gern zum Attackieren, schon oft haben sich hier Ausreißergruppen abgesetzt. So was in der Art hatte ich eigentlich heute auch vor. Aber mit leerem Akku geht das nicht. Mir bleibt keine andere Wahl: Ich drehe um und radle auf dem ebenen Elbradweg zurück Richtung Hamburg-Zentrum.

Solange der Akku mitmacht, ist das Radeln mit Stromunterstützung auf jeden Fall ein großer Spaß. Beim Anfahren dreht der Motor nach einigen Pedalumdrehungen plötzlich auf und katapultiert einen regelrecht auf 25 Stundenkilometer. Und am Berg spürt man, was 250 Watt Unterstützung ausmachen. Zum Vergleich: Ein Radprofi tritt bei Anstiegen mit 400 bis 500 Watt in die Pedale.

Die meisten Elektroräder sind sogenannte Pedelecs, bei denen man immer auch selbst treten muss. Nur wenn der Sensor am Tretlager meldet, dass sich die Pedalen drehen, wird der Motor zugeschaltet. Bei Geschwindigkeiten über 25 Stundenkilometer ist allerdings Schluss mit der elektrischen Schubhilfe. So sieht es das Gesetz vor. Dafür braucht man für ein Pedelec weder Mofa-Führerschein noch extra Versicherung.

Was die Technik angeht, verfolgen die Hersteller unterschiedliche Konzepte. Der Elektromotor steckt meist in einer klobigen Radnabe. Bei vielen Rädern ist das Hinterrad angetrieben, es gibt aber auch Modelle mit Vorderradantrieb. Manche Hersteller setzen auch auf einen Tretlagermotor.

Was für normale Räder gilt, trifft erst recht für E-Bikes zu: Jedes fährt sich anders, was der Test diverser Modelle - von einem extrem günstigen Leviatec (Preis unter 900 Euro) bis zur Schweizer Nobelmarke Flyer (3000 Euro) bestätigt.

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