Oberhof - Der Sommer hat begonnen, aber im thüringischen Oberhof fällt Schnee. Er rieselt nicht leise vom Himmel, sondern wird aus Schneekanonen abgefeuert - in der ersten Skilanglauf-Halle Deutschlands. Das jetzt fertiggestellte Loipen-Areal besteht aus rund acht Meter breiten und 5,50 Meter hohen Röhren aus Stahlbeton.
Sie sind so in Schleifenform angelegt, dass eine Gesamtlänge von knapp zwei Kilometern entsteht. "Das Bauwerk ist in Mittel- und Südeuropa einmalig", meint Heiko Kümmel vom Landratsamt Schmalkalden Meiningen. "Die Strecke hat Steigungen und Abfahrten mit einer Neigung von bis zu 12 Prozent." Auch Skitunnel in Finnland und Schweden könnten damit nicht aufwarten.
In den hohen, hallenartigen Räumen mit den Panoramafenstern ist nichts von Beengtheit zu spüren. Die Innentemperatur beträgt konstant minus drei Grad Celsius. Die Baukosten von 14,4 Millionen Euro teilen sich Bund und Land, hinzu kommen Gelder vom Landkreis. Bereits ab nächster Woche werden Leistungssportler die Anlage in der Nähe der Oberhofer Rennschlittenbahn und des Biathlon-Stadions testen. Am 24. August findet die offizielle Einweihung statt.
Danach können Spitzensportler hier ganzjährig für die Winterspiele in Vancouver 2010 trainieren. Daneben soll kann die Skihalle auch von Nachwuchsläufern und Touristen genutzt werden können.
Oberhof ist seit 1884 eine Wintersport-Hochburg; bei den vergangenen Olympischen Winterspielen in Turin 2006 war Thüringen mit sechs von elf Goldmedaillen das erfolgreichste deutsche Bundesland. Die Skilanglaufhalle soll auch Spitzensportlern aus Hessen, Sachsen, Niedersachsen und Baden-Württemberg zur Verfügung stehen.
Jochen Wiesigel, ap
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