Mittwoch, 8. Februar 2012, 05:04 Uhr

manager magazin



21.09.2008
 

Geocaching

Schatzsuche per GPS

Wandern war gestern. Wer heute die Jugend auf Waldpfade locken will, muss das mit Hightech tun: Geocaching heißt der neue Trend, bei dem man mit Hilfe der Satellitennavigation versteckte Schätze sucht.

Kassel - In Abenteuerromanen sind Schatzsucher unerschrockene Helden. Sie sind bereit, für Gold und Geschmeide hohe Berge zu erklimmen, reißende Flüsse zu durchqueren und mit furchterregenden Drachen zu kämpfen. Wer einen Funken dieses Heldentums in sich spürt, begibt sich heutzutage allerdings nicht mehr einfach nur auf Schatzsuche. Er wird zum Geocacher.

Das Prinzip des Geocaching ist einfach: Jemand versteckt etwas, und andere müssen es suchen. Anstatt das Versteck allerdings mit einem Kreuzchen auf einer Schatzkarte zu markieren, ermittelt der moderne Verstecker die Koordinaten des Geheimplatzes mit dem Global Positioning System (Globales Positionsbestimmungssystem, GPS) und veröffentlicht diese auf speziellen Internetseiten. "Jeder, der einen GPS-Empfänger besitzt, kann diese Koordinaten in das Gerät eingeben und sich damit auf Wanderschaft begeben, um das Versteck zu entdecken", erklärt Jörg Bertram, Geschäftsführer bei der Deutschen Wanderjugend in Kassel.

Der Cache, wie der Schatz beim Geocaching genannt wird, besteht meist aus einem wasserdicht verschlossenen Behälter, in dem ein kleiner Tauschgegenstand und ein Logbuch aufbewahrt werden. "Hat man den Cache gefunden, trägt man sich im Logbuch ein und tauscht das kleine Geschenk gegen ein anderes kleines Geschenk ein. Das kann eine CD sein, eine Plastikfigur oder auch ein Bleistiftspitzer", sagt Bertram.

Mehr als 60.000 Schätze allein in Deutschland

Da die GPS-Empfänger den Fundort nie ganz genau ausmachen können, braucht man für den letzten Rest auch noch den ganz altmodischen Spürsinn. "Manchmal sind die Objekte, die man finden muss, ganz klein und hängen an einem Magneten an einem Geländer. Andere, größere Gegenstände werden auch schon mal an großen Baumwurzeln versteckt oder an einen Baum gehängt", sagt Bertram.

Viele tausend dieser Caches wurden seit dem Jahr 2000, als GPS für nichtmilitärische Zwecke freigeschaltet wurde, auf der ganzen Welt versteckt. Laut Bertram sind allein in Deutschland bereits mehr als 60.000 GPS-Schätze zu finden.

"Das Reizvolle am Geocaching ist, dass man sich damit immer wieder neue, individuelle Wandertouren zusammenstellen kann", sagt Bertram. Die Koordinaten führten einen auch in der näheren Umgebung oft an Orte, die man noch nie gesehen habe: "Es gibt die Caches an allen erdenklichen Plätzen, im Gebirge, in Wäldern und in Fußgängerzonen. Je nach Geschmack kann man sich die eigene Herausforderung aussuchen, und sogar im Urlaub kann man so Sightseeing fernab der ausgelatschten Pfade erleben."

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