Von Camilla Péus
Wien - Die Rolltreppe führt ins Nirgendwo. Ihre Stufen sind nicht belastbar. Der Künstler, 1945 in Judenburg in der Steiermark geboren, hat sie aus Eisendraht gebaut. Er hat in verzwirbelt, verhakelt, gebündelt, an einer Stelle abgeknipst, an anderer wieder zusammengeknotet. Die losen Enden des wiederspenstigen Metalls ragen wirr in die Luft wie gesprungene Geigensaiten.
Fritz Panzer, der 1964 bis 1971 an der Akademie der bildenden Künste in Wien studierte, interessiert das Alltägliche. Im Stil der Strichzeichnungen von Alberto Giacometti und der skurrilen Drahtporträts von Alexander Calder aus den 30-er Jahren formt er Stühle, Heizkörper und Koffer, Waschbecken und Flaschentrockner aus Draht - eine Anspielung auf das berühmte Readymade von Marcel Duchamp, an dem ihn die besondere Form reizte.
Ein direkter biografischer Hintergrund versteckt sich in dem Drahtgebilde, das die Wiener Galerie Krobath Wimmer 2007 in der Ausstellung "House Trip" auf dem Berliner Art Forum zeigte: die "Prenninger Küche". Auf den ersten Blick ähnelt sie Millionen anderen. Nur ihr Titel verrät mehr. In dem Ort Prenning bei Graz lebte Fritz Panzer 20 Jahre lang in einem Wohnatelier in einer stillgelegten Kartonfabrik.
Mit der Kopie seiner ehemaligen Küchenzeile, komplett mit Herd, Abzugshaube, Postkarten, die hinter einem Kabel klemmen, und einer Pfanne, die in die drahtige Silhouette eingehakt ist, bewahrt er Erinnerungen - und erzählt von Vergänglichkeit. Fritz Panzer wird vom 16. Mai bis zum 8. Juni im Kunsthaus Muerz ausstellen.
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