16.04.2007
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Pokern

Der Haifisch in Dir

2. Teil: Poker ist auch in Spielbanken wieder gefragt

Poker ist auch in Spielbanken wieder gefragt

"Poker hat eigentlich nur einen Sinn: Dem Mitspieler klarzumachen, dass man selber das bessere Blatt hat", erklärt Braun. "Auf lange Sicht spielen solche Fähigkeiten schon eine Rolle", bestätigt Suchtexperte Meyer. Man dürfe sein Können jedoch nicht überschätzen: "Poker ist und bleibt ein Glücksspiel, bei dem auch der Zufall eine Rolle spielt." So habe kein Spieler Einfluss darauf, wie gut die Karten sind, die ausgegeben werden. Auch ein Profi bleibe vom Zufall abhängig. "So kann auch ein völliger Nobody die Poker-WM gewinnen", erklärt der Professor.

Filmkunst: James Bond (Daniel Craig) riskiert bei einem Pokerspiel im Casino Royale hohe Einsätze
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DPA

Filmkunst: James Bond (Daniel Craig) riskiert bei einem Pokerspiel im Casino Royale hohe Einsätze

Durch den Hype in Fernsehen und Internet erhält auch das klassische Kartenspiel wieder Zulauf. Inzwischen treffen sich immer mehr Leute zu privaten Pokerrunden oder nehmen an organisierten Turnieren teil. Um Geld darf bei derartigen Veranstaltungen allerdings nicht gespielt werden. Wer Glücksspiele anbieten will, braucht in Deutschland eine staatliche Konzession - und die bekommen nur die Spielbanken. "Poker ist momentan auch in Casinos der absolute Renner", weiß Jochen Braun.

Für Suchtexperten wie Gerhard Meyer steht jedoch fest: Durch Poker-Turniere - ob online oder mit echten Mitspielern - können Menschen spielsüchtig werden. Gerade die Online-Casinos seien schwer zu kontrollieren, da die Betreiber oft im Ausland säßen. Ein Verbot sei daher schwer umzusetzen. "Hier ist der Staat gefordert", findet Meyer. Er plädiert dafür, ein staatlich legalisiertes Angebot wie im Casino auch für das Internet zu schaffen - inklusive Präventions- und Beratungsangeboten.

Als so ernst schätzt der Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, Tilman Becker, die Situation noch nicht ein. Zwar gebe es Schätzungen zufolge bundesweit zwischen 250.000 und 400.000 süchtige Glücksspieler. Um mögliche Gefahren des Poker-Booms einschätzen zu können, reichten die bisherigen Erkenntnisse jedoch nicht aus, meint Becker. Erhebungen in Beratungsstellen für Glücksspielsüchtige hätten ergeben, dass Geldspielautomaten ein viel größeres Problem darstellten als klassische Casinospiele, Lotto- oder Sportwetten. Seiner Meinung nach handelt es sich beim Pokern ohnehin um ein Mode-Phänomen: "In ein, zwei Jahren ist vielleicht alles schon wieder vorbei."

Fides Middendorf, ap

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