Die vier Yogawege
Vier Hauptströmungen unterscheidet man Fuchs zufolge beim Yoga: Das stark körperbetonte Hatha-Yoga, das sich im Westen durchgesetzt hat und zu dem auch das in vielen Schulen angebotene Kundalini-Yoga zählt; Karma-Yoga, das die Tat und das Dienen in den Vordergrund stellt; Jnana-Yoga, das den intellektuellen Weg einschlägt, und Bhakti-Yoga, die hingebende Liebe zu Gott.
Die fernöstliche Bewegung könne helfen, entspannter zu werden, die Muskulatur zu kräftigen und das Herz-Kreislauf-System zu verbessern, sagt Froböse. "Allerdings ist es völlig egal, was ich mache - Hauptsache, ich bewege mich. Der Körper weiß nämlich nicht, ob er joggt, schwimmt, Rad fährt oder Yoga macht." Umfassende wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Yoga bei bestimmten Erkrankungen wie etwa Rückenbeschwerden hilft, gebe es nicht.
Regelmäßiges, möglichst tägliches Üben ist Voraussetzung, um Yoga zu erlernen. "Lieber jeden Tag zehn Minuten als nur ein Mal pro Woche zwei Stunden", rät Fuchs. Wichtig ist auch die sorgfältige Suche nach einem Ausbilder, die Bezeichnung "Yoga-Lehrer" ist nicht geschützt.
Der Berufsverband der Yogalehrenden mit seinen rund 2000 Mitgliedern empfiehlt, dass eine Lehrkraft mindestens 25 Jahre alt und wenigstens zwei Jahre ausgebildet sein sollte. Bei Schnellkursen wird Fuchs misstrauisch. "In vier Wochen kann man kein Yoga-Lehrer werden."
Interessenten sollten sich Zeugnisse der Lehrer zeigen lassen und sich nicht mit Sätzen wie "Ich war in Indien" abspeisen lassen. Auch eine Probestunde zum gegenseitigen Beschnuppern hält Schramm für unerlässlich. Mit Yoga könne man schließlich auch Schaden anrichten - zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System überlasten oder Bänder überdehnen. Ohne Anleitung einer Fachkraft jedoch könnten angehende Yogi Übungen missverstehen und falsch ausführen, warnt Fuchs.
Als Zukunftstrend sieht der Yoga-Experte Kurse für bestimmte Zielgruppen wie ältere Menschen oder Arbeitnehmer. "Das ist wirklich ein Markt." Während Yoga für Schwangere oder Kinder schon seit Jahren angeboten wird, sei "Business-Yoga" für Manager stark im Kommen, bestätigt Schramm: "Das schießt gerade richtig hoch."
Julia Ranniko, DPA
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