Berlin/Köln - Zu Hause ist es doch am schönsten. Die Deutschen ziehen sich bei Schmuddelwetter in die eigenen vier Wände zurück. Und sie machen es sich dort gerade in der kühlen Jahreszeit gemütlich.
Neuester Trend: Behaglichkeit durch Feuer. Kuscheln an Kamin und Ofen steht hoch im Kurs. Eine Flasche Rotwein vor lodernden Flammen oder einer Tasse Tee am wohligen Ofen: Wer kann da widerstehen. "Wir erleben seit einiger Zeit einen regelrechten Boom bei Kamin- und Kachelöfen", sagt Christian Schmahlm Vorstandsmitglied der Bundesinnung des Schornsteinfegerhandwerks .
Die Deutschen sind nach seiner Einschätzung seit einigen Jahren regelrecht Feuer und Flamme für die "heißen Eisen". Rund 8,5 Millionen offene Kamine, Heizkamine, Kamin- und Kachelöfen gab es nach einer Studie der Rheinbraun Brennstoff GmbH Köln 2003 in Deutschland. Fast drei Prozent mehr als in 2002. Ähnliche Steigerungsraten gab es auch in den Jahren zuvor.
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Der Grund für die Rückkehr der Öfen in deutsche Wohnstuben ist jeodch nicht ausschließlich auf den Wunsch nach Behaglichkeit zurückzuführen, sondern auch eine Kostenfrage. Augrund der drastischen Preisaufschläge bei Heizöl oder Gas nutzen viele Besitzer von Häusern und Eigentumswohnungen ihre Kaminöfen als Zweitheizungen. Ein paar Holzscheite aufgelegt, und schon könne das Anschalten der Heizung etwas hinausgezögert werden, erläutert Hans-Günter Nellen, Landesinnungsmeister der Schornsteinfeger in Nordrhein-Westfalen.
Vom Rückzug ins Private profitieren auch die Kerzenhersteller. 2003 brachten die Deutschen etwa 165.000 Tonnen Wachs zum Schmelzen. Das war etwas mehr als im Jahr zuvor. Der Kerzenverbrauch entwickelt sich laut Verband der Deutschen Kerzenhersteller beinahe antizyklisch zur Wirtschaft. "Geht es bergab, suchen die Leute Trost bei sich zu Hause und zünden Kerzen an. Geht es der Wirtschaft besser, gehen die Leute auch wieder mehr weg", erklärt der Geschäftsführer Peter Braun.
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