Samstag, 30. Juli 2016

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Schlaflos durch Smartphones Vor dem Schlafengehen lieber Espresso als E-Mail

Gesunde Rituale: So erhalten sich Manager ihre Gesundheit - oder gefährden sie
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Vor dem Schlafengehen noch einen Kaffee? Warum nicht? Jedenfalls wird das Ihren Schlaf wesentlich weniger beeinträchtigen als eine Session am Smartphone, wie eine neue US-Studie ermittelt hat.

Als durch etliche Versuche erwiesen gilt mittlerweile, dass vor allem der Anteil an blauem Licht auf portablen Geräten den Melatoninstoffwechsel durcheinander bringt. Das Hormon ist für die Steuerung der Schlaf- und Wachphasen zuständig. Wann immer Sie sich also über Ihr Display beugen, hemmen Sie dessen Produktion und geben Ihrem Körper das Signal: Jetzt noch eine Weile wach bleiben, die nächste Schlafphase ist noch weit weg.

Auch dass Kaffee wach halten kann, gilt vielen als Binsenweisheit. Ob und wie aber Kaffee auch die innere Uhr durcheinander bringt, ist noch verhältnismäßig wenig erforscht. Eine neue US-Studie, die jüngst in der Fachzeitschrift Science Translational Magazine veröffentlicht wurde, bringt Licht ins schläfrige Dunkel der Kaffeeforschung. Die Forscher führten eine placebokontrollierte Doppelblindstudie durch: Weder Probanden noch die Forscher selbst wussten während des Versuchs, wem Koffein verabreicht worden war und wem nicht.

Die Studie war klein - nur fünf Versuchspersonen, die aber 49 Tage lang unter extrem kontrollierten Bedingungen lebten und dabei genau dosierten Kaffee- und Lichteinheiten ausgesetzt wurden. Wer Kaffee und drei Stunden hellem Licht ausgesetzt war, stellte die innere Uhr im Schnitt mehr als hundert Minuten zurück. Man kann sich also leicht selbst einen kleinen Jetlag anzüchten. Kein Wunder, wenn man dann morgens im Büro durchhängt: Gefühlt ist es noch mitten in der Nacht.

Ein doppelter Espresso drei Stunden vor der normalen Schlafenszeit verschob den melatoningesteuerten Tag-Nacht-Rhythmus hingegen im Schnitt vierzig Minuten nach hinten, also nur etwa die Hälfte von dem, was sich im Melatoninstoffwechsel tat, nachdem die Probranden drei Stunden lang hellem Licht ausgesetzt wurden.

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Das Licht von Tablets und Smartphones ist auch deshalb besonders hell und blaustichig, damit die Displays auch bei Sonnenlicht gut ablesbar sind. Abends ist diese Eigenschaft dann eher hinderlich, weil sie den Schlafrhythmus stört. Wer den Effekt mindern will, kann übrigens auf etliche entsprechende Apps zurückgreifen, die das blaue Licht herausfiltern und den Bildschirm dimmen, etwa den Blue Light Filter für Android; bei vielen Apple-Geräten kann man einen Nachtlesemodus einstellen, indem man über das Einstellungsmenü bei "Home-Dreifachklick" die Option "weiß auf schwarz" wählt. Wenn man dann den Homebutton dreimal klickt, stellt sich der Nachtmodus ein.

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