Dienstag, 26. März 2019

Training mit Elektrostimulation Unter Strom

Training mit Elektrostimulation: Prickelnde Sporteinheiten
TMN

2. Teil: Koordinierte Bewegung ist wichtig

Der elektrische Impuls, der über die Elektroden und den gut leitenden feuchten Stoff an die Muskeln gesendet wird, lässt sich vom Trainierenden genau lokalisieren. Kleinöder empfiehlt dazu eine koordinierte Bewegung. "Die Vorstellung, man müsse dabei nichts tun und könne weiter Chips essen, ist grober Unfug." Eine Anleitung sei sehr wichtig. "In der Regel schulen die Gerätehersteller die Trainer", erläutert Fitnesscoach Pommerien. Danach sollten sich Interessenten beim Anbieter auch erkundigen.

In der ersten Trainingseinheit ist viel Koordination gefragt. Der spürbare Impuls in wechselnder Intensität ist gewöhnungsbedürftig. Die zunächst unbekannten Positionen müssen gelernt werden - viele von ihnen erinnern an ein Krafttraining ohne Geräte und manche auch an Yoga-Positionen. "Ab der zweiten Trainingseinheit lernt man, mit dem Reiz zu spielen", sagt Kleinöder, der unter anderem ein EMS-Training für den Rodler Georg Hackl erarbeitet hat.

Indem man gegen den elektrischen Impuls drückt, intensiviert sich das Training, und es stellen sich schneller Erfolge ein. Damit wird auch ein Abnehmeffekt oder - je nach Fokus - die Straffung einzelner Körperpartien versprochen. Unabhängige Studien dazu gibt es allerdings nicht.

Seinen Ursprung hat EMS in der Medizin. "Diese Art der Muskelstimulation wird schon seit fast 50 Jahren praktiziert", sagt Prof. Holger Schmitt von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Der Orthopäde setzt EMS selbst zum Beispiel nach einer Kreuzband-Operation ein, als Ergänzung zur klassischen Physiotherapie. "Das ist allerdings kein Allheilmittel und funktioniert auch nicht bei jedem", sagt er. Auch in der Medizin fehlen große Studien zur Wirksamkeit. Andererseits sieht Schmitt bei einem professionell begleiteten Einsatz kaum eine Gefahr durch EMS.

Markus Münch-Pauli, dpa

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