Sonntag, 4. Dezember 2016

Mut zur Erholung Warum Sie ohne Pausen schlechter laufen

Regeneration: Warum Läufer Pausen brauchen
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imago

In der Pause nach einem Training werden wir leistungsfähiger. Dieses sportliche Gesetz habe nicht ich erfunden, sondern das besteht schon seit Anbeginn der Menschheit. Nur wollen viele Sportler - darunter auch viele Läufer - das nicht wahr haben und trainieren viel zu viel und damit sprichwörtlich in den Keller.

Montags die Laufeinheit, dienstags ins Fitness - nur ein kurzer Spinning Kurs. Mittwochs wieder laufen - dieses mal aber mit Intervallen, abends noch kurz ins Schwimmbad - ein paar Bahnen ziehen. Der Donnerstag beginnt mit einer Runde Krafttraining, anschließend noch ein Kurs Body-Pump im Studio - wenn ich schon mal dort bin, muss ich das ja auch nutzen, wofür zahle ich sonst auch die Gebühren?

Thomas Klingenberger
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    Thomas Klingenberger ist Sportwissenschaftler und Inhaber des deutschlandweiten Anbieters leistungsdiagnostik.de. Als begeisterter und erfolgreicher Läufer (Marathonbestzeit 2:30 Stunden) unterstützt und berät der ehemalige Tri- und Duathlet (Ausdauer-)Sportler auf dem Weg zu ihren Zielen. Seine herausragenden Leistungen über die Ultrastrecke 50 Kilometer brachten ihn ins Nationaltrikot, in dem er 2014 Zehnter bei den 50-Kilometer-Finals der International Association of Ultrarunners (IAU) wurde. 2015 wurde er deutscher Meister seiner Altersklasse beim 50-Kilometer-Lauf - und schaffte in der Gesamtwertung Bronze.
Naja, abends nochmal in die Laufschuhe - auslaufen von dem gestrigen harten Intervalltraining. Freitags ist immer Ruhetag und da fahre nur die 30km mit dem Rad zur Arbeit und wieder zurück - der Weg zur Arbeit ist ja kein Training. Samstag ist Lauftreff - puh, da wird im Wald meist ganz schön gebolzt. Naja, und am Sonntag ist der lange Lauf auf dem Plan.

So oder ähnlich präsentieren sich viele Sportler, wenn sie zu mir in die Praxis kommen und eine Beratung in Bezug auf den nächsten Marathon oder Halbmarathon bekommen möchten. Gleichzeitig berichten diese Sportler dann aber auch, dass die Leistungsfähigkeit stagniert, sie sich dauernd schlapp fühlen - mitunter auch häufig von Verletzungen geplagt sind. Oftmals haben diese Sportler auch schon einen Besuch beim Arzt wegen genau dieser Symptome hinter sich - meist erfolglos.

Viel hilft viel? Das Gegenteil stimmt

Diesem vermeintlichen Erfolgsrezept haben sich viele Sportler verschrieben. Ich allerdings setze bei einem derartigen Trainingsprogramm zunächst einmal den Rotstift an und streiche Trainingseinheiten. Warum? Weil der Körper auch mal eine Pause braucht! Warum? Weil erst in der Pause die Anpassung an den Trainingsreiz erfolgt - ohne Pause kann der Körper sich nicht verbessern!

Dieses Prinzip nennt man "Superkompensation" - das Training dient im Grunde nur dazu, den Körper gezielt müde zu machen, worauf in der Pause nach dem Training die Regeneration erfolgt und der Körper. In dieser Pause stellt der Körper sich nicht nur auf das Ausgangsmaß wieder her, sondern regeneriert "über", d.h. er passt sich auf den Trainingsreiz an und wird stärker.

Gönnt man dem Körper diese Pause nicht, geschieht diese Anpassung nicht und wir werden im günstigen Fall trotz oder vielmehr gerade wegen Training nicht besser, im ungünstigen Fall sogar schlechter und die Leistungsfähigkeit geht in den Keller.

Was kann man nun tun, um die perfekte Mischung von Belastung (= Training) und Entlastung (=Pause) zu bekommen? Lesen Sie dazu diese sieben Regenerationstipps.


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