Mittwoch, 12. Dezember 2018

So geht Meditation Wie man in wenigen Minuten total entspannt

Gesunde Rituale: So erhalten sich Manager ihre Gesundheit - oder gefährden sie
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2. Teil: Stressbewältigung durch Achtsamkeit

"Einige können sich sehr gut versenken, andere werden anfangs noch nervöser, als sie es ohnehin schon sind", sagt Ulrich Ott, Neurowissenschaftler und Meditationsforscher an der Uni Gießen, der seit 25 Jahren meditiert. Dann brauchen sie etwas Geduld und Anleitung. Gerade Anfängern empfiehlt er, sich von einem Lehrer unterstützen zu lassen. Ott rät zu einem Kurs "Stressbewältigung durch Achtsamkeit", oft auch MBSR-Kurs genannt. Die Kosten werden teilweise von den Krankenkassen erstattet.

Schneider rät, die Aufmerksamkeit bewusst von dem Stressgedanken wegzulenken, wieder den Atem zu spüren. Funktioniert das nicht, lässt man es auf sich beruhen. "Es reichen kurze Einheiten." Gerade am Anfang sind wenige Minuten sinnvoll - Hauptsache regelmäßig. Morgens oder abends, nach dem Joggen oder im Job - einfach mal auf den Bildschirm starren oder aus dem Fenster blicken und dabei dem Atem nachspüren.

Vorbeugen für die wilden Momente

"Meditieren ist für jeden geeignet", sagt Pfeifer. In heftigen Stressmomenten allerdings sollte man nicht glauben, durch Meditation runterzukommen. Besser ist es bei einem niedrigen oder moderaten Stresslevel - um vorzubeugen für die wilden Momente.

Wer nämlich regelmäßig meditiert, lernt mit der Zeit, aufmerksamer mit sich selbst umzugehen und nicht mehr bei jedem Stressauslöser anzuspringen. "Meditation ist aus meiner Sicht ein Training in Selbstregulation", sagt Ott. "Man lernt, sich zu entspannen, zu konzentrieren und sich emotional zu klären". Dass dies funktioniert, hat Ott in Studien nachgewiesen.

Er und sein Team untersuchten Menschen, die im Durchschnitt seit acht Jahren täglich meditiert haben. "Inzwischen gibt es über 20 derartiger Studien, die zeigen, dass langjährige Meditierende in bestimmten Regionen des Gehirns mehr graue Substanz aufweisen und dass auch die Vernetzung innerhalb des Gehirns besser ist."

Nun gibt es aber auch Menschen, die sich trotz Geduld und Anleitung nicht wohlfühlen beim Meditieren. Dann, so Ott, sollte sich niemand quälen. Vielleicht löst bei ihnen etwas anderes meditative Zustände aus - das Starren auf das Meer, das Buddeln im Garten. Oder, wie bei Ott, der Spaziergang im Wald.

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