Samstag, 20. Oktober 2018

Morgens, mittags oder lieber abends? Das ist die ideale Zeit für Ihr Lauftraining

Laufen, laufen, laufen: Nur wann? Morgens? Mittags? Abends? Alle Zeiten haben Vor- und Nachteile.
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Laufen, laufen, laufen: Nur wann? Morgens? Mittags? Abends? Alle Zeiten haben Vor- und Nachteile.
Wann tun Sie es? Morgens, mittags oder doch abends nach der Arbeit? Oder ist es Ihnen völlig egal, Hauptsache Sie tun es überhaupt?

Thomas Klingenberger
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    Thomas Klingenberger ist Sportwissenschaftler und Inhaber des deutschlandweiten Anbieters leistungsdiagnostik.de. Als begeisterter und erfolgreicher Läufer (Marathonbestzeit 2:30 Stunden) unterstützt und berät der ehemalige Tri- und Duathlet (Ausdauer-)Sportler auf dem Weg zu ihren Zielen. Seine herausragenden Leistungen über die Ultrastrecke 50 Kilometer brachten ihn ins Nationaltrikot, in dem er 2014 Zehnter bei den 50-Kilometer-Finals der International Association of Ultrarunners (IAU) wurde. 2015 wurde er deutscher Meister seiner Altersklasse beim 50-Kilometer-Lauf - und schaffte in der Gesamtwertung Bronze.
Ich selbst mache es am Nachmittag am liebsten, zu dem Zeitpunkt bin ich am leistungsfähigsten. Oder am späten Vormittag kurz vorm Mittagessen, da komme ich auch meist schnell in Fahrt. Morgens vorm Frühstück ist bei mir nicht wirklich viel Power im Körper, da reicht es - wenn überhaupt - nur für ganz leichte Belastungen.

Abends spät komme ich auch ganz gut auf Touren, allerdings kann ich danach meist nicht gut einschlafen und fühle mich oft am nächsten Morgen nicht wirklich gut. Etwas zu tiefe Einblicke in mein Leben? Naja, es geht ja nur um die schönste Nebensache der Welt - unser Lauftraining! Und um die Frage, zu welcher Tageszeit ein Training stattfinden sollte, damit es möglichst gute Ergebnisse erzielt.

Ich lebe generell im Luxus, was diese Frage angeht, bin ich als Selbständiger doch mein eigener Herr und kann mir den Tag einteilen, wie ich es möchte. Vielen Arbeitnehmern geht es anders - da gibt der Arbeitsalltag vor, wann ein Training möglich ist oder nicht.

Ein Training macht aber nicht zu jeder Tageszeit gleich viel Sinn, sind wir doch dem mehr oder weniger strikt geregeltem System eines Tag-/Nachtrhythmus unterworfen. Der ist - wie so viele Dinge im menschlichen Körper - hormonell gesteuert und lässt sich auch nur mit sehr großer Anstrengung und viel Geduld manipulieren.

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In diesem Fall spielen die Hormone Melatonin und Serotonin die größte Rolle. Diese sind nämlich für den Tag/Nacht-Rhythmus verantwortlich und steuern unsere Leistungsfähigkeit im Verlaufe der 24 Stunden eines Tages.

Dass wir nachts müde werden liegt also am Hormon Melatonin, welches unter Lichteinfluss - also am Tag - gehemmt wird und nachts die höchste Konzentration im Körper erreicht. Das Serotonin hat neben weiteren Aufgaben eine "Wachmacher"-Funktion; bei hoher Serotonin-Konzentration werden wir tendenziell weniger gut schlafen können und sind eher leistungsfähiger. Doch gibt es auch Gewohnheiten, die dazu führen, dass mancher Sportsfreund anders "läuft".

Auf den folgenden Seiten lesen Sie alles über den Sinn und Unsinn und die Vor- und Nachteile von Training zu den verschiedenen Tageszeiten. Los geht's!

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