Montag, 27. Juni 2016

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Laufband fürs Büro Gehpult statt Stehpult

Fit im Büro: Ein Laufband als Schreibtisch
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Sitzen ist das neue Rauchen. Wer zuviel sitzt, schadet seiner Gesundheit. Das ist unstrittig. Aber was ist die Alternative? Soll man etwa im Gehen arbeiten? Ja, das soll man. Ein Selbstversuch.

Hamburg - In Amerika, liest man, tun es die Leute schon lange. An imposanten, großen Geräten. Wer etwas auf seine Gesundheit hält, setzt sich nicht an den Schreibtisch, sondern läuft daran. Es gibt etliche Firmen, die Schreibtische mit Laufbändern kombinieren, wie treaddesk oder Lifespan; in Deutschland vermarktet Cardiostrong einen Lauf-Schreibtisch.

Viele Schreibtischarbeiter haben ja immerhin schon ein Stehpult im Büro. Ein Gehpult wäre aber noch besser, denn: Jede Bewegung ist besser als sitzen. Manchen Studien zufolge kann exzessives Sitzen gefährlicher als Rauchen sein.

Mein Arbeitszimmer gibt allerdings nur begrenzten Platz her. Das geht vielen anderen Heimarbeitern auch so. Also her mit dem "Home Run" von Skandika - das Kompaktlaufband ist gerade neu herausgekommen und eigens fürs Home Office konzipiert.

Es dürfte eines der kleinsten auf dem Markt verfügbaren Laufbänder sein und bietet immerhin eine arbeitsfreundliche, rutschfeste Ablage, auf die man einen Laptop stellen kann. Oder einen Aktenordner legen. Ein Getränkehalter ist auch integriert. Das Ganze lässt sich zusammenklappen und dann als Sideboard oder Bank nutzen.

Hey, ich arbeite im Gehen!

Als erstes versuche ich, ob sich das Gerät leicht auf- und abbauen lässt. Denn ich hasse Gebrauchsanweisungen. Ich hasse es auch, Dinge zu bedienen. Die Dinge sollen mich bedienen, nicht umgekehrt, denn wer ist denn bitte für wen da? Eben. Da punktet das Gerät mit Idiotensicherheit: Der Aufbau dauert keine drei Minuten. Wenn man es zusammenklappen und wegstellen will, geht das ebenfalls blitzschnell. Das Display auf dem Pult ist selbsterklärend: Ein/Aus, Geschwindigkeit hoch/runter, Distanz, Schnelligkeit oder verbrauchte Kalorien anzeigen, fertig. So sollte Technik immer sein, finde ich.

Dann zünde ich Stufe zwei: Businesskleidung, normale Schuhe, eine Akte auf die Ablage, und los geht es. Am Anfang fühlt sich das komisch an. Mein Hirn muss sich erst daran gewöhnen, die Bewegungsareale freizuschalten, während die Sprachareale aktiv sind. Aber cool ist es. Hey, ich arbeite im Gehen!

An dieser Stelle muss man sagen: Die Bezeichnung Laufband, unter der das Home Run firmiert, trifft nicht so ganz. Das Home Run ist eher, nun ja: Ein Gehband. Man hätte es Home Walk nennen sollen. Es ist ein Gehpult. Denn die Maximalgeschwindigkeit des mit niedlichen 1,25 PS angetriebenen Bandes liegt bei 10 Stundenkilometern.

Das ist zwar wirklich nicht langsam. Aber es gibt ja durchaus Läufer, die pro Kilometer deutlich weniger als fünf Minuten brauchen. Bei zehn km/h kommt man über einen vergleichsweise gemütlichen Minutenschnitt von sechs nie hinaus. Da nimmt es schon ein wenig wunder, dass Skandika sich den Extremsportler Joey Kelly als Werbemodel für das Gerät leistet - er wirkt neben dem Laufbändchen ein bisschen wie ein Lamborghinifahrer, der neben einem Smart posiert.

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