Freitag, 15. Dezember 2017

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Hero Indian Super League Fussball in Indien - der nächste Versuch

Fussball in Indien: Der nächste Versuch
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DPA

Jeder sechste Mensch weltweit lebt in Indien, doch in der FIFA-Rangliste liegt die Nationalmannschaft nur auf Rang 150. Nun soll die Entwicklung des Fußballs mit einer weiteren nationalen Liga vorangetrieben werden. Das ist schon einmal schiefgegangen.

Die Bedeutung des Themas wurde vom mächtigsten Mann des Sports höchstpersönlich geliefert. Bereits 2007 hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter Indien als "schlafenden Riesen" des Weltfußballs bezeichnet und angekündigt, er werde die FIFA nicht verlassen, bevor der Fußball in dem Land nicht entsprechend etabliert ist.

Nun hat sich bisher relativ wenig an der Situation verändert, doch es bleibt Hoffnung: Der 78-jährige Blatter hat jüngst angekündigt, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Auch wenn die Fußballentwicklung Indiens dabei kaum seine Hauptmotivation gewesen sein dürfte. Dabei sind die Voraussetzungen in dem 1,2-Milliarden- Einwohner-Land eigentlich positiv.

Mit knapp über 20 Millionen Fußballspielern besitzt Indien schon jetzt die drittgrößte Anzahl an Kickern weltweit. Dennoch befindet sich die indische Nationalmannschaft aktuell nur auf Platz 150 in der Weltrangliste und hat noch nie an einer FIFA-WM-Endrunde teilgenommen.

Die Platzierung ist vor allem durch die schlechte Fußball-Infrastruktur und die starke Konkurrenz durch Cricket zu erklären, wo Indien eines der weltbesten Teams stellt. So kommt es nicht von ungefähr, dass viele Sponsorengelder und der Großteil der Regierungssubventionen in diese Sportart fließen. Dennoch landet der Fußball im Ranking der beliebtesten Sportarten Indiens auf Rang zwei.

Laut einer Studie von AC Nielsen aus dem Jahr 2010 bezeichnen sich 47 Prozent der Einwohner als Fußballfans, also über 500 Millionen Menschen. Das Problem: Die Kaufkraft der Menschen ist noch immer überschaubar. Nach Angaben der Weltbank lag das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner im Jahr 2012 bei nur 1100 Euro.

Damit fällt Indien im Vergleich mit den anderen BRICS-Staaten Brasilien (8700 Euro), China (4800), Russland (10.800) und Südafrika (5800) deutlich ab.

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Heft Dezember 2017

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Dennoch bleibt bei den Verantwortlichen die Hoffnung, dass der vermeintliche schlafende Fußballriese tatsächlich erwacht. Ein entscheidender Entwicklungsschritt soll dabei in diesem Jahr getan werden. So startet am 12. Oktober die neu gestaltete "Hero Indian Super League" (ISL). Die Liga soll den Fußball im ganzen Land noch bekannter machen und viele Inder für die für sie noch neue Sportart begeistern.

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