Freitag, 1. Juli 2016

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Von Freeride bis Backcountry Die neuen Ski-Trends

Neues für Wintersportler von der Ispo: Skier, Helme, Brillen
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Marmot/ Christian Weiermann/ TMN

Man fährt nicht mehr Ski, sondern macht Freeride, Backcountry, Freeride Touring, Mountaineering oder Skitouring. Das verändert die ganze Branche - und gibt den Ausrüstern Gelegenheit, neue Produkte an den Markt zu bringen. Eine Übersicht.

Vom Lift hochkutschieren lassen und präparierte Pisten wieder hinabgleiten, das reicht vielen Wintersportlern nicht. Sie wollen mehr Fitness - und den Berg vor der Abfahrt selbst erklimmen. Und bei der Abfahrt abseits der Piste das Gefühl von Freiheit genießen.

Die Bezeichnungen dafür sind vielfältig: Freeride, Backcountry, Freeride Touring, Mountaineering, Skitouring. Doch welche Kombination von Aufstieg und Abfahrt auf der Piste oder eben abseits der Piste die Wintersportler wählen, letztendlich ist ihnen eines gemein: Sie haben einen erheblichen Einfluss auf die gesamte Ski-Branche. Denn die Ansprüche an die Ausrüstung sind andere als bei der klassischen Pistenabfahrt mit Liftauffahrt. Gleichzeitig aber profitieren die Pistenabfahrer von den Entwicklungen. Einen Überblick über diese bot jetzt die Sportmesse Ispo in München.

Freeride und Touring seien starke Wachstumsmärkte, erklärt Andreas König vom Deutschen Skiverband (DSV). Denn es braucht Equipment, das nicht zu schwer zum Tragen ist. Kleidung, die den Schweiß gut abtransportieren kann, bei der Abfahrt aber warm genug ist und Wind und Wasser abhält. "Dazu brauche ich einen Schuh, mit dem ich mal über den Felsen steigen kann", sagt König. Und abseits der Piste spielt das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle.

Freiheit und Fitness

Die Motivation hinter den neuen Trends beschreibt Christoph Ebert vom Kompetenzzentrum Sport, Gesundheit und Technologie so: "Beim Freeride geht es um Freiheit" - beim Hochgehen eher um die Fitness. Beides lässt sich gut kombinieren: Hochgehen, um an unberührte Hänge zu gelangen, und durch den Pulverschnee wieder hinabfahren.

Alexander Dillig vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV) vergleicht den Einfluss von Freeride und Touring auf die Branche mit demjenigen, den das Snowboardfahren einst hatte. "Snowboard war Protestbewegung", sagt er. Snowboarder wollten anders sein. "Für die Entwicklung in der Skiindustrie war das hervorragend." Heute habe sich der Snowboard-Markt konsolidiert. Entwicklungen gehen nun vom Freeriding und Touring aus. Und: "Durch diese Trends kommen verstärkt ehemalige Snowboarder auch mal wieder zum Skifahren zurück."

Für die Industrie sei diese Zielgruppe bedeutend. Denn Hersteller müssten sich überlegen: Wie involviert sind die Leute - involviert genug, um sich das teure Equipment selbst zuzulegen, statt es zu leihen? "Der Freerider ist in der Regel viel stärker involviert", fasst Ebert zusammen. Und so springe nun auch jeder Hersteller auf den Zug auf.

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