Freitag, 26. August 2016

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Fitness-Flatrate: Zwei Anbieter im Test Viele Studios, eine Karte

Fitness: Zehn Tipps fürs richtige Training
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Corbis

Viele melden sich hochmotiviert im Fitnessstudio an und stellen bald  fest: immer dieselben Maschinen, Kurse und Leute, das ist langweilig. Anbieter wie Daytraining und Somuchmore bieten eine Fitness-Flatrate an: Mit einer Karte können die Kunden Dutzende Studios und Hunderte Kurse nutzen.

Bei einer Fitness-Flatrate beginnt die Arbeit vor dem Sport. Nämlich mit dem Durchforsten des umfangreichen Kursangebots. Nach dem Motto "Überfluss schlägt Langeweile und Motivationsloch", klicke ich mich durch das Angebot von mehr als 50 Fitnessanbietern. Hunderte Kurse kann ich nutzen. Damit werben Anbieter wie Somuchmore und Daytraining, wo ich mir jeweils eine Testmitgliedschaft zulege.

Es klingt wirklich verführerisch: Ich zahle einen monatlichen Mitgliedsbeitrag, der sich, je nachdem wie umfangreich ich das Angebot nutzen will, zwischen 40 und 100 Euro bewegt. Dafür wird mir volle Flexibilität versprochen. Von Zumba-Kursen, über Boxtraining und Crossfit kann ich alles machen - wenn mir danach ist jeden Tag woanders, in anderen Bezirken, anderen Städten oder, wie bei Somuchmore, sogar in anderen Ländern. Der Anbieter kooperiert mit Clubs in Paris und London.

Zum Glück gibt es die Filtersuche, ohne die ich schnell überfordert wäre. Nützlich finde ich die Suche nach Kursarten, zum Beispiel Yoga, oder nach Tageszeit. Als jemand, der außerhalb des Fitnessstudios eher faul ist, präferiere ich die Umkreissuche und schaue, was es bei mir in Berlin vor der Tür gibt.

Hier die erste positive Überraschung: Nur wenige Blocks von meiner Wohnung entfernt gibt es eine Kampfsportschule, die jeden Nachmittag einen Cardio-Boxkurs anbietet, unterrichtet von einem richtigen Thaibox-Weltmeister. Die Schule hat vor anderthalb Jahren eröffnet, aber ich bin immer an ihr vorbeigefahren und habe sie nie wahrgenommen. Klar, die großen Fitnessketten, die mit ihren gigantischen Logos die Häuserfassaden in der Innenstadt markieren, machen bei dem Flatrate-System nicht mit. Sie haben genügend Mitglieder und es offenbar nicht nötig. Die kleinen Studios jedoch, die meistens kein Budget für eigenes Marketing haben, haben so eine echte Chance entdeckt zu werden.

Von Kampfsport zu Yoga zu Meditation

In der Kampfsportschule soll ich mich telefonisch anmelden, steht in der Detailbeschreibung. Und obwohl damit mein Training für den Tag organisiert ist, kriege ich große Lust, noch mehr unbekannte Perlen zu entdecken. Ich finde eine renommierte Yoga-Schule, kleine Gyms im zweiten Hinterhof und Outdoor-Athletik-Kurse. Ich denke: Crossfit wollte ich schon immer mal ausprobieren, jetzt ist die Gelegenheit. Meditation klingt auch toll. Und Yoga habe ich zwar schon mal gemacht, aber noch nie in einer echten Yoga-Schule. Ich möchte am liebsten sofort alles ausprobieren und quetsche meinen Terminkalender voll.

Das Angebot von Somuchmore sagt mir persönlich etwas mehr zu als das von Daytraining. Es bietet eine größere Bandbreite; das Kursangebot umfasst auch sehr exotische Sportprogramme. Es gibt auch Tango-Kurse, Ernährungscoaching und sogar Rhetorik- und Stimmtraining.

Allerdings liegt die Crux im Detail. Ich kann mich als Somuchmore-Mitglied zwar in eine stylishe Therme in Berlin-Kreuzberg legen, bleibe ich aber länger als zwei Stunden, zahle ich einen Aufpreis. Auch persönliche Beratungen sind oft mit einem Aufpreis verbunden, hier bietet die Mitgliedskarte lediglich einen Rabatt.

Daytraining hingegen versteht sich als All-Inclusive-Unternehmen und wirbt damit, keine Zusatzkosten zu verstecken. Dafür ist die Auswahl weniger originell. Die Schwerpunkte liegen auf Yoga und dem immerhin ziemlich angesagten EMS-Training, also Training mit Stromverstärkung. Und das ist im Alleingang verdammt teuer. Eine Zehner-Karte für EMS kann gut 800 Euro kosten. Da lohnt sich die Flatrate allemal.

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