Mittwoch, 24. August 2016

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Die besten Bikes aus Holz und Bambus Nachwachsende Fahrräder

Bikes aus Holz und Bambus: Räder für die Ewigkeit
Fotos
Chris Connor

Fahrräder aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz und Bambus werden immer beliebter. Kein Wunder. Die Räder sehen nicht nur gut aus, sie haben auch prima Fahreigenschaften und dämpfen selbst ohne Federgabel erstaunlich gut. Zudem stehen diese Räder für ein kleines Stück Luxus im Alltag. Ein Fahrrad aus Bambus oder Esche ist ein bisschen wie der Maßanzug vom Schneider. Beides sind Unikate. Sie werden perfekt auf ihre Fahrer abgestimmt.

Der Kreis der Experten, die mit den Naturstoffen arbeiten, ist weltweit mit gerade mal rund zwei Dutzend Rahmenbauern recht überschaubar. Jeder Rahmenbauer hat seinen eigenen Stil. Der Pionier und das Vorbild in der Szene ist der Amerikaner Craig Calfee. Seine Räder setzen Maßstäbe.

Dezente Rohrverbindungen: Bamboo Adventure von Craig Calfee
Die Verbindungen der Rohre sind bei Calfee-Rädern sehr dezent und elegant. Außerdem sind seine Rahmen stets dunkelbraun. Die Farbe erhalten sie beim Trocknen. Das ist ein heikles Thema. Denn Bambus reißt leicht beim Trocknen. Calfees Trocknungsverfahren ist sein Geheimnis. Das verrät er nicht.

Eleganter geht es kaum

Aber auch in Europa werden feinste Räder aus Holz und Bambus entworfen und gefertigt. Insbesondere in Deutschland wächst der Kreis der Experten seit einigen Jahren stetig. Einer von ihnen ist Stefan Eisen. Der selbstständige Ingenieur aus Karlsruhe hat vor etwa fünf Jahren mit dem Bau der ersten Bambusräder begonnen. Zunächst für sich und seine Familie, dann für Freunde und mittlerweile für Kunden unter dem Namen Bambushelden auch auf Bestellung.

Anfangs hat der Ingenieur die Rohre an den Verbindungsstellen ganz klassisch mit Harz und Fasern umwickelt. Aber die voluminösen Knoten störten den Schöngeist und er entwickelte ein eigenes Verfahren.

Inzwischen erzeugt er mit einem 3D-Drucker für die individuellen Muffen eine eigene Form. Diese nutzt er als Negativ und laminiert direkt in die Form hinein das Positiv, also das Bauteil aus Harz und Glasfaser, das er gerade braucht. So entsteht beispielsweise das Steuerrohr. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch die Wände der Muffen sind nur zwei Millimeter stärker als die Rohre. Eleganter geht es kaum.

Bambushelden: Der Rohstoff für diese Räder wird in Karlsruhe geernet
Stefan Eisen
Bambushelden: Der Rohstoff für diese Räder wird in Karlsruhe geernet

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