Samstag, 22. Juli 2017

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Elektro-Mountainbike Rose Elec Tec im Test Wie ein SUV auf zwei Rädern

Elektro-Mountainbike Rose Elec Tec: Das Rad-Monster für die ganz steilen Sachen
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Nehmen wir mal an, Sie sind Mitte bis Ende 40 und haben sich die letzten Jährchen nicht übermäßig viel bewegt. Nun wartet für den Urlaub eine harte Prüfung auf Sie: Ein paar langjährige, aber leider ziemlich sportliche Freunde haben Sie zur gemeinsamen Radtour eingeladen. Mit Ihnen wollen sie ein paar schöne, aber ebenso steile wie fordernde Mountainbike-Trails bezwingen - wie in den guten, jungen Jahren. Und dabei wollen Sie eine möglichst gute Figur machen.

Dann haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie könnten in den kommenden Wochen regelmäßig ins Fitnessstudio laufen, überschüssige Pfunde loswerden und hoffen, dass ihrer früheren Balance- und Radfahrkünste sich wieder wecken lassen. Oder sie wählen die moderne, aber nicht ganz billige Abkürzung namens Rose Elec Tec.

Das Elektro-Mountainbike mit den extrabreiten Stollenreifen sieht nicht nur martialisch kraftstrotzend aus. Es bringt Radler auch vergleichsweise mühelos über jeden steilen Weg auf jene Gipfel, die sie sonst nur mit viel Training erkurbeln könnten. Auch auf längeren Trails dürfte ihnen vielleicht die Puste, nicht jedoch der Strom ausgehen: Der im Alurahmen integrierte, 612 wH große Akku sollte für 50 bis 90 Kilometer Trail-Fahrten reichen, meinen einschlägige Fachmagazine.

Im etwas flacheren Alltag in Norddeutschland sind sogar mehr als 100 Kilometer drin, wie ich bei längeren Testfahrten mit dem Elec Tec feststellte. Für steile Mountainbike-Routen kann ich keine brauchbaren Kilometer-Prognosen treffen. Für den Test habe das Elec Tec nämlich deutlich außerhalb seines üblichen Einsatzgebiets bewegt: In Hamburg und Umgebung, Radreviere also, die sich topografisch nicht gerade durch ein Überangebot an langen, steilen Anstiegen auszeichnen.

Mehr als 25 km/h sind auf ebenen Straßen kaum möglich

Doch auch als fahrbarer Untersatz für den gepflegten Asphalt-Cowboy taugt das 3999 Euro teure Edel E-Bike - zumindest bedingt. Mit seinem extrabreiten Lenker und den fast 8 Zentimeter breiten Reifen (27,5 Zoll Durchmesser) fühlte ich mich auf dem Testrad fast so, als würde ich einen der auch in Hamburg oft gesichteten Riesen-SUVs pilotieren.

Dazu trägt auch die kräftige Elektro-Unterstützung bei: Selbst auf Verstärkungsstufe eins (von vier möglichen) ist das Elec Tec nach vier, fünf Kurbelumdrehungen 25 km/h schnell.

Die Langsam-Radler auf ihren klapprigen Drahteseln lässt man so schnell hinter sich. Gegen echte Rennradprofis hat das Elec Tec jedoch keine Chance. Denn ab 25 km/h hört die Unterstützung auf. Die dicken Stollenreifen sorgen für mächtigen Rollwiderstand. Und da das Rad samt Akku satte 22,6 Kilogramm wiegt, sind schnelle Sprints über den vom E-Motor unterstützten Bereich hinaus ein schweißtreibendes Unterfangen.

Zumal die verbaute 8-Gang-Schaltung von SRAM, die speziell für E-Bikes entwickelt wurde, von der Übersetzung her nicht auf Highspeed ausgelegt ist. Dafür fehlen die auf Rennrädern üblichen kleineren Zahnkränze, mit denen sich ein hohes Tempo ohne allzu viel Kurbeln halten ließe. Macht aber nichts, Eindruck schinden lässt sich mit dem Monster-Bike in der Stadt allemal. Speziell jüngere, männliche Passanten schauen dem Elec Tec bewundernd nach - also wohl jene Klientel, die sich auch von chromeblitzenden SUVs begeistern ließe.

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