Mittwoch, 20. März 2019

Beheizbare Skiausrüstung Warm und vernetzt bis zu den Zehen

Beheizbare Ski-Ausrüstung: Warme Füße auf der Piste
Benjamin Nolte/dpa-tmn

Auf der Piste drei Socken übereinander, um nicht zu frieren? Das muss nicht sein. Skiausrüstung gibt es auch beheizt - und die Akkus werden besser. Wer will, kann die Socken sogar per Handy bedienen.

Minusgrade, pfeifender Wind, Füße und Hände frieren - da kann beheizte Skiausrüstung eine gute Idee sein. Dank besserer Akkus und größerer Auswahl sind Produkte mit Heizelementen richtig gut geworden.

Ausrüstung für Hände und Füße ist besonders gefragt. "Denn an den Extremitäten friert man am schnellsten", sagt Andreas König, Sicherheitsexperte für Freizeitsport beim Deutschen Skiverband. Aber Wärme ist nicht billig: Gute beheizbare Socken etwa kosten je nach Material und Akkuleistung um die 200 Euro.

Kleine Heizelemente und Kabel sind in den Stoff eingenäht. Sie werden mit wechselbaren Lithium-Ionen-Akkus betrieben, angebracht an oder in der Socke. Durch kleine Knöpfe lässt sich die Temperatur stufenweise steuern. "Bei manchen Produkten kann man die Wärme sogar per App über das Handy regeln", sagt Armin Vogel, Inhaber des Fachgeschäfts Alpenstille in Rösrath bei Köln.

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Je stärker geheizt wird, desto schneller sind die Akkus leer. In der Regel halten sie inzwischen aber acht bis zehn Stunden, also einen ganzen Skitag. Der Akku lässt sich über Nacht per Steckdose aufladen. "Die eingeschränkte Waschbarkeit und die Abnutzung sind die großen Nachteile der beheizten Strümpfe", sagt König.

Eine Alternative sind beheizbare Einlegesohlen, die man in verschiedenen Skischuhen tragen kann. Manche sind auch fest im Schuh verbaut. Einige Hersteller bieten batteriebetriebene Varianten an - bereits ab 50 Euro. Für gute Einlegesohlen mit Akkus zahlt man dreistellige Beträge. König rät zu Qualitätsprodukten.:"Die Heizdrähte können sonst teilweise stören oder für Druckstellen sorgen." Der große Nachteil der Sohlen: "Sie haben eine Standardform und sind nicht so gut anpassbar", erklärt Vogel. Je nach Fußform sind die Einlegesohlen also weniger bequem und komfortabel.

Was an den Füßen funktioniert, gibt es auch für die Hände: Beheizbare Handschuhe - sowohl mit fünf Fingern, als auch als Fäustlinge. Experten empfehlen, die Heizfunktion nur zu verwenden, wenn man friert. Wer die Akkus direkt auf die höchste Stufe stellt, friert unter Umständen später. Außerdem leidet die Laufzeit des Akkus. "Auf der höchsten Stufe werden die Akkus teilweise sogar unangenehm heiß, ähnlich wie bei der Sitzheizung im Auto", sagt König.

Während beheizbare Kopfbedeckungen kaum verbreitet sind, erfreuen sich Westen mit Heizfunktion durchaus einer gewissen Beliebtheit. Diese wärmen meist mit zwei Heizelementen, in der Regel aber nur den Nieren- und Rückenbereich. "Eine große Fläche zu beheizen, ist eher schwierig", sagt König. Sonst werden die Akkus zu groß und zu schwer - und stören beim Fahren. Die Weste muss nah am Körper getragen werden, damit die Wärme nicht verloren geht.

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Beheizbare Bandagen sind noch ein kleiner Markt. Ähnlich wie die anderen Produkte liegen die Modelle inklusive Akkus zwischen 100 und 200 Euro. Als Hersteller für beheizbare Skiausrüstung haben sich unter anderem Lenz, Sidas, Therm-ic und Hestra behauptet. Wer mehrere Produkte eines Herstellers nutzt, hat meist den Vorteil, dass die Akkus für alle Produkte verwendet werden können.

Wer die Produkte regelmäßig nutzt, für den lohnt sich die Investition umso mehr. Nicht-Nutzung schadet den Akkus. Möchte man nicht so viel Geld ausgeben, bleiben als Alternativen Wärmecremes, Wärmepads und natürlich das bewährte Zwiebelprinzip. Ohnehin sollten sich Skifahrer und Snowboarder nicht allein auf beheizte Ausrüstung verlassen - gute und wärmende Kleidung ist stets wichtig. Denn die beheizbaren Utensilien haben ein großes Problem: Je kälter es ist, desto eher braucht man sie - doch umso weniger Leistung kann auch der Akku bringen.

Julian Hilgers, dpa

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