Mittwoch, 20. Februar 2019

Die teuersten Sportarten Fitness für Millionen

7. Teil: Golf: Gar nicht mal so preiswert

Lässiger geht es kaum: US-Präsident Barack Obama beim Golfspielen im Vineyard Golf Club in Edgartown, Martha's Vineyard.
Was macht man?

Im Grunde einen "Spaziergang mit Ärgernissen", wie der Schriftsteller Mark Twain seine Sichtweise des Golfspiels zusammenfasste. Man versucht mit seltsamen Schlägern in merkwürdiger Körperhaltung kleine weiße Bälle in kleine Löcher zu bugsieren.

Was braucht man?

Schläger und Bälle. Die richtige Kleidung. Und, ach ja, ganz wichtig: Einen Golfplatz. Gerne spielt man im Klub, am liebsten in einem, in den nicht jeder hineinkommt - die wirklich elitären Klubs führen Wartelisten und lassen neue Mitglieder nur auf Empfehlung hinein. Wenn man den Golfsport als Netzwerkevent betreiben möchte, dann kommt also das altbekannte Paradoxon zum Tragen, dass man eigentlich die richtigen Leute kennen muss, um in den Klub zu kommen, in dem man die richtigen Leute kennenlernen will.

Was kostet das?

Je nachdem. Golfverbände bemühen sich seit Jahren, dem Eindruck entgegenzuwirken, Golf sei nur etwas für reiche Schnösel. Das mag schon stimmen - es gibt recht günstige Klubs, außerdem kann man auch ganz klubfrei spielen; Schläger kann man leihen und Bälle gebraucht kaufen. Andererseits sind die reichen Schnösel eine unverzichtbare Teilmenge der Golf-Community, und an der Spitze ist dieser Sport wirklich richtig teuer. Wenn man, nur so als Beispiel, Mitglied im Liberty National in Jersey City werden möchte (und als Nicht-Mitglied darf man leider nicht auf den Platz), kostet das schon mal eine halbe Million US-Dollar, bevor man überhaupt den ersten Ball abgeschlagen hat. Auf anderen Edelplätzen ist man auch schon mal gerne mit einer Tages-Greenfee von 500 Dollar dabei. Lässt man sich seine Schläger maßfertigen, kommt man pro Schläger auch auf mehrere tausend Euro. Und auch gute Trainer haben ihren Preis: Hank Haney etwa nimmt angeblich um 10.000 Dollar Tageshonorar, David Leadbetter gönnt sich 1500 Dollar (allerdings als Stundensatz). In Europa sind selbst die guten Trainer allerdings noch deutlich preiswerter.

Wen lernt man dabei kennen?

Auf jeden Fall amerikanische Präsidenten und Politiker: Bill Clinton, George W. Bush, Barack Obama, Condoleezza Rice. Franz Beckenbauer ist mit Handicap 9 unterwegs, auch Boris Becker und Hugh Grant sind begeisterte und gute Spieler, ebenso wie Wladimir Klitschko und Ex-Stürmer Ronaldo. Alice Cooper, der vor fünf Jahren mit dem schönen Satz zitiert wurde: "Ich saufe nicht mehr, ich spiele jetzt Golf". Clint Eastwood veranstaltet das "Clint Eastwood Golf Tournament" auf seinem eigenen Platz in Kalifornien (nächster Termin: 22. bis 25. Mai 2013).

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung