Freitag, 23. Februar 2018

Büroalltag Wohin mit der Wut?

Wut ist ein großes Gefühl - mit schlechtem Image. Die drei besten Strategien, wie Sie mit der großen Schwester des Ärgers umgehen - und was Sie unbedingt vermeiden sollten.

Hamburg - Wut ist die große Schwester des Ärgers. Unsere Reaktion auf Ärger im XXL-Fomat. Wir werden wütend, wenn wir uns angegriffen fühlen. Zum Beispiel wenn uns jemand körperlich attackiert. Aber auch, wenn uns jemand mit Worten angreift oder unsere Stellung in der Gruppe bedroht. Die Wut gibt uns die Kraft und den Mut, uns zu wehren - notfalls auch ohne Rücksicht auf Verluste.

Wut lässt das Herz schneller schlagen, die Muskeln spannen sich an. Die Stimme wird laut und der Blick bedrohlich. Es kann sogar passieren, dass man in Wut völlig die Beherrschung verliert und wie ferngesteuert zuschlägt. Nicht umsonst beurteilt die Justiz tätliche Angriffe im Affekt mit verminderter Schuldfähigkeit.

Sogar die Gerichte erkennen an, dass Menschen in Wut wie von Sinnen agieren. Aus Sicht der Evolutionsbiologie ist Wut die stärkste natürlich Waffe des Menschen - und hat sich im Laufe der Evolution genau deshalb zu einem festen Bestandteil unsere Gefühlswelt entwickelt.

Aber wohin mit der Wut im Büroalltag? Sie ist als Gefühl ein bisschen zu groß für unser Leben in Großraumbüros. Ein bisschen wie ein Hund, der immer genau dann laut bellt, wenn es gerade gar nicht passt. Fast niemand möchte im Meeting vor Wut laut werden oder die Beherrschung verlieren, weil man sich angegriffen oder zurück gesetzt fühlt. Im Job will man lieber souverän sein. Zugleich erlebt man jede Woche viele Situationen, die einen auf die Palme bringen können. Was tun?

Stürmische Gefühle in gute Bahnen

Psychologen und Aggressionsforscher haben sich eingehend mit der Frage beschäftigt, wie man das stürmische Gefühl Wut in gute Bahnen lenken kann, die sich auch mit unserem Büroalltag vertragen. Dabei haben sie entdeckt, dass Emotionen sich immer in einer Art Dreischritt entwickeln. "Eine Emotion besteht aus verschiedenen Komponenten, der physischen Erregung, der kognitiven Bewertung dieser Erregung und einem Verhalten", erklärt Regina Krieglmeyer, Psychologin und Emotionsforscherin von der Universität Würzburg.

In einfachen Worten bedeutet das: Wir erleben etwas - zum Beispiel, dass der Kollege uns im Meeting das Wort abschneidet. Wir bewerten diese Geste - und denken zum Beispiel: "Der Idiot, das macht der mit Absicht, um mich beim Chef auszubooten!" Und erst dann werden wir wütend. Der Puls geht hoch - und wir möchten am liebsten sofort aggressiv auf den Kollegen zugehen. Letztlich sind es also unsere Gedanken, die uns wütend machen - und nicht die Situation an sich.

Wer seine Wut in positive Bahnen lenken möchte, kann genau in diesem Ablauf eingreifen. Drei Strategien können dabei helfen:

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