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27.12.2012
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Personal Training
Schwitzen wie die Stars

Von Annika Janßen

Mit Personal Trainer schwitzt es sich leichter: Eine individuelle Sportstunde kostet jedoch mindestens 50 bis 120 Euro
Corbis

Mit Personal Trainer schwitzt es sich leichter: Eine individuelle Sportstunde kostet jedoch mindestens 50 bis 120 Euro

Nach der Völlerei der Weihnachtstage träumt mancher von einem Personal Trainer. Individuelle Sportstunden sowie "Personal Trainer Lounges" sollen auch für kleines Geld zu haben sein. Doch nur wenige Angebote halten, was sie versprechen.

Köln - US-Präsident Barack Obama hat einen, Schauspielerin Halle Berry und auch Frank Schirrmacher, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Die Liste der Prominenten, die für ihre Fitness einen sogenannten Personal Trainer engagieren, ist lang. Für Showstars, Politiker oder Topmanager gehört der persönliche Einpeitscher, der oft zur exklusiven Sportstunde nach Hause kommt, zum guten Ton.

Billig ist das Personal Training nicht: Eine Stunde kostet mindestens zwischen 50 und 120 Euro. Dafür gibt es zu den Einheiten aber auch Ernährungsberatung, Motivationsübungen und Leistungsanalysen mit Konditionstests.

Nun werben immer mehr Anbieter mit Personal Training zu Schnäppchenpreisen - schon für 20 Euro pro Trainingsstunde soll ein privater Sportlehrer zu haben sein. "Allein in München ist die Zahl der Anbieter in den vergangenen drei Jahren von acht auf über 40 gestiegen", sagt Johannes Biedermann, selbst ein Personal Trainer der alten Schule, der viele Profisportler und Geschäftsleute trainiert hat. Der steigende Wettbewerb drücke die Preise.

Thomas Niewöhner, Geschäftsführer bei der Deutschen Fitness Vereinigung, dem Berufsverband der Fitnesstrainer, warnt allerdings vor Billig-Anbietern: "Personal Trainer wird man nicht mal eben so, das ist das Tüpfelchen auf dem I nach einer umfangreichen sportwissenschaftlichen Ausbildung." Zwar könnten Neueinsteiger in der Fitnessbranche relativ schnell eine B-Lizenz fürs Fitnesstraining erlangen, also eine trainingswissenschaftliche und anatomische Grundausbildung.

Aber: "Wer nur eine B-Lizenz vorzuweisen hat, ist noch lange kein Personal Trainer", sagt Niewöhner. Personal Trainer seien oftmals Quereinsteiger, etwa Diplom-Sportlehrer mit entsprechender Weiterbildung. "Außerdem sollten Trainer mindestens vier bis fünf Jahre Berufserfahrung und Referenzen vorzuweisen haben", sagt Niewöhner.

Schwitzen im Schaufenster: Personal Trainer Lounges

Der neueste Trend sind sogenannte Personal Trainer Lounges, die sich seit einigen Jahren in Deutschlands Innenstädten breit machen: Sie bieten kurze Trainingseinheiten, die sich mal schnell in der Mittagspause einschieben lassen sollen, persönliche Betreuung inklusive, ab rund 20 Euro pro Trainingseinheit von 20 Minuten. Oft können Passanten die Trainer und ihre Kunden beim Schwitzen im Schaufenster beobachten: Die P-T-Lounges übernehmen häufig leerstehende Ladenlokale.

Die 2007 gegründete Franchise-Kette Body Street etwa zählt mittlerweile rund 20.000 Kunden und bietet in 140 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein sogenanntes EMS-Training an. Die Abkürzung steht für Elektrostimulationstraining. Die Kunden werden mit Elektrodengürtel und Elektrodenweste verkabelt und erhalten während des Trainings Stromstöße. Das soll die Muskeln ganz gezielt an- und dann wieder entspannen. Mit dieser Methode, verspricht Body Street, genüge eine Trainingseinheit von 20 Minuten pro Woche, um Muskeln aufzubauen.

Mit "Personal Training" hat das stromunterstützte Geräteturnen Experten zufolge aber nichts zu tun, auch wenn während der Einheiten Mitarbeiter bei den Kunden bleiben und die Übungen überwachen.

"Echtes Personal Training findet in 1:1-Betreuung statt und ist ganz individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmer abgestimmt", sagt Thomas Niewöhner vom Fitnesstrainer-Verband. Erstens fertigten "Lounges" wie Body Street oft mehrere Kunden in einer Trainingseinheit ab. "Und Geräte einstellen und Übungen beaufsichtigen, das ist auch kein richtiges Personal Training."

Nicht zuletzt sehen Sport-Experten EMS-Trainings und sogenannte "Rüttelplatten", die die Benutzer mit Vibrationen durchschütteln, um die Muskeln zu reizen, kritisch: "Die Weltmeister und Olympiasieger haben ihre Erfolge sicherlich nicht ausschließlich mit solchen Geräten erreicht", sagt Niewöhner. Zwar könnten Stromstöße zusätzlich zum Gerätetraining kurzfristig den Muskelaufbau verbessern. Irgendwann ließe sich der Erfolg aber nicht mehr steigern, auch weil sich die Intensität der Stromstöße beim Training nicht unendlich erhöhen lasse.

Aber, soviel gesteht Niewöhner zu: "Gerade für Untrainierte sind Angebote wie Body Street besser als nichts."

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