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01.01.2013
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Fitness
Eine Stunde Party = 1000 Kilokalorien weg

Zumba-Kurs. Hier zählen Rhythmen und Bewegung nach dem Lustprinzip
TMN

Zumba-Kurs. Hier zählen Rhythmen und Bewegung nach dem Lustprinzip

Weg mit dem Weihnachtsspeck: Lateinamerikanische Rhythmen helfen dabei. Zumba setzt auf Musik und verzichtet auf vorgegebene Bewegungsmuster: Immer mehr Vereine und Fitnessstudios bieten das als Warenzeichen eingetragene Fitnessprogramm an. Was erwartet die Teilnehmer?

Hamburg - Jane Fonda brachte in den 80er Jahren Aerobic in jeden Turnverein und dank der Videos auch ins heimische Wohnzimmer. Es folgten Bauch-Beine-Po-Programme, Pilates und Fit-Fight. Nun ist es Zumba, ein Fitnesstraining mit eingetragenem Warenzeichen, das vor allem Spaß verspricht - Party-Fitness quasi. Die Pfunde purzeln da von ganz alleine. Denn bis zu 1000 Kilokalorien pro Stunde soll man damit verbrennen können.

"Das Geheimnis von Zumba ist die Vermischung von unterschiedlichen Tänzen wie Salsa, Merengue, Jazz-Dance, etwas Aerobic, und das Wichtigste dabei ist die Musik", sagt Janina Latza, Sprecherin des Unternehmens Zumba Fitness. Im Gegensatz zu Aerobic oder vergleichbaren Fitnessprogrammen gehe es dabei aber nicht darum, eine komplizierte Choreographie einzustudieren, die alle Teilnehmer synchron absolvieren, sondern um den Spaß an der Bewegung.

Miriam Speckmann kann das bestätigen. Seit einem guten Jahr gibt sie als zertifizierte Zumbatrainerin bei dem Sportverein Sportspaß in Hamburg Zumbastunden. "Der Fokus liegt ganz klar auf dem Spaß", erzählt sie. "Was ich da vorne vormache, ist nur ein Vorschlag für die Teilnehmer. Die sollen in erster Linie Party machen und nicht sklavisch irgendwelchen Schritten folgen." Daher benutze sie bei diesen Stunden auch kein Mikro, was für viele Teilnehmer am Anfang sehr befremdlich sei. "Man soll gar nicht so konzentriert bei der Sache sein, sondern die Musik auf sich wirken lassen, dann kommen die Bewegungen schon von ganz allein", sagt sie.

So wirbt Zumba, seit 2001 eine eingetragene Marke, auch damit, dass dieses Tanzworkout für jeden geeignet sei, auch für Anfänger. Doch selbst Latza schränkt das ein wenig ein: "Ein gewisses Rhythmusgefühl und etwas Tanzerfahrung sind schon ganz hilfreich." Trainerin Speckmann fügt hinzu: "Viele Teilnehmer, die lange Aerobic oder Ähnliches gemacht haben, sind es nicht gewöhnt, sich in einer solchen Stunde so frei bewegen zu können." Da müsse sich erstmal eine kleine Schranke im Kopf lösen. "Und sie müssen die Scheu verlieren, locker die Hüften kreisen zu lassen."

Improvisieren zu Salsa und Merengue

Aus der Not heraus soll Zumba entstanden sein. Der kolumbianische Fitnesstrainer Beto Perez hatte in den 90er Jahren seine Aerobicmusik für einen Kurs vergessen. Also legte er seine privaten Kassetten, die er im Rucksack hatte, ein und improvisierte zu seinen Lieblingssongs - vornehmlich Salsa und Merengue. Die Teilnehmer waren begeistert, ein neues Fitnesskonzept war geboren. Einige Jahre später kamen findige amerikanische Unternehmer auf die Idee, das Konzept weltweit unter der Marke Zumba bekanntzumachen und zu vermarkten. Mit Erfolg: Nach Angaben des Unternehmens war Zumba im Jahr 2011 mit mehr als 14 Millionen wöchentlichen Kursteilnehmern in 150 Ländern das größte eingetragene Fitnessprogramm weltweit.

"Damit ist einer dynamischen Tanz- und Sportform ein Name gegeben, der sicher in ein paar Jahren von einem anderen abgelöst wird", sagt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Dennoch hält er die Grundidee - die kreative Form des Bewegens zusammen mit einem intensiven Ausdauertraining - für durchaus sinnvoll. "Denn natürlich haben viele Menschen Spaß, sich ungezwungen zu bewegen und das mit sportlicher Aktivität zu verbinden." Dem pflichtet Corinna Michels, Ausbilderin beim Deutschen Turner-Bund für Group Fitness und selbst Zumba-Instructor, bei: "Zumba kommt an, weil dieser Musikmix die Menschen einfach mitreißt, es rein spaßorientiert ist."

Für Anfänger hält Froböse Zumba allerdings nur bedingt geeignet. "Gewisse tänzerische Erfahrung sollte man schon haben", sagt er. Risiken sieht er für neurologisch vorbelastete Menschen wegen der schnellen Drehbewegungen und Abfolgen. Auch für Menschen mit Gelenkproblemen seien die vielen Sprünge nicht unbedingt geeignet. Wer da Bedenken habe, sollte sich wie vor jeder neuen Sportart einem Fitnesscheck unterziehen.

Wenig allerdings hält Froböse von der Aussage, dass in einer Stunde Zumbatraining bis zu 1000 Kilokalorien verbrannt werden können. "Das wird völlig überschätzt." Vor allem gehe es bei sportlicher Fitness auch nicht um den kurzfristigen Kalorienverbrauch, sondern darum, den Körper so zu trainieren, dass sich der Energie-Grundumsatz erhöht. Und das lasse sich mit jeder regelmäßig ausgeführten sportlichen Aktivität erzielen.

Das Zumbaprogramm hat sich längst weiterentwickelt. So gibt es inzwischen Zumba Gold für ältere Sportler, Zumba Toning mit Sticks zum Muskelaufbau oder das gelenkschonende Aqua Zumba. Viele Sportvereine und Fitnessstudios, die keine zertifizierten Trainer beschäftigen, haben kreative Namen für ähnliche Fitnessprogramme gefunden, die früher vielleicht mal Salsa-Aerobic hießen.

Auch der Deutsche Turner-Bund hat den Trend erkannt: Im kommenden Jahr wird er ein eigenes Programm auflegen und Trainer darin ausbilden. "LaGym" soll es heißen. "Dank Zumba sind viele Menschen erst wieder zum Sport und in die Vereine gekommen, da ist es egal, unter welchem Namen", sagt Michels. Wichtig seien Spaß, Bewegung und gut ausgebildete Trainer.

Britta Schmeis, dpa

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